Schriftsteller Thomas Meyer nimmt Stellung zu Lebensfragen «Beim Schenken ist Achtsamkeit gefragt»

Eine Frage, die sich immer wieder neu stellt: Wie finde ich bloss für andere das richtige Geschenk?

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Die Frage nach dem richtigen Geschenk lässt vermuten, dass es für jeden jede Menge davon gibt – und es allein an der Ausdauer des Schenkenden liegt, ein passendes zu finden. Doch so einfach ist es nicht. Zum einen fällt es umso leichter, jemanden zu beschenken, je vielseitiger diese Person ist. Während die einen sich für viele unterschiedliche Themen erwärmen und damit ihrem Umfeld ein Universum an möglichen Geschenken eröffnen, dümpeln andere mehrheitlich desinteressiert vor sich hin und haben kein einziges Hobby. Oder gerade mal eines. Und einer, der beispielsweise Golf spielt, besitzt sowieso schon längst eine Ausrüstung.

  • Zur Person

    Der Zürcher Schriftsteller Thomas Meyer beobachtet seine Mitmenschen seit nunmehr 41 Jahren. Das ist denen nicht immer recht. Haben auch Sie Fragen an ihn? magazin@sonntagsblick.ch, Betreff: «Meyer»

Machen Sie das Kind-Ich glücklich!

In solchen Fällen empfiehlt es sich, etwas zu schenken, das dem Kind in uns allen gefällt: ein 500-Teile-Puzzle, Legos, einen Ausflug in den Europa-Park, auch Fingerfarben fürs Fenster, und überhaupt alles, was der Spielwarenhandel feilbietet, weckt die Kinderseele und ist – im Gegensatz zu Gutscheinen – ein garantierter Geschenkerfolg bei apathischen Erwachsenen.

Achtsam schenken

Zum anderen ist Schenken ein Vorgang, der vom Schenkenden viel Achtsamkeit verlangt. Doch die ist leider rar. Wir sind alle
so zwanghaft mit uns selbst beschäftigt, dass wir kaum mehr mitbekommen, was in unserem Gegenüber vorgeht – oder vorgehen könnte, wenn er unser Geschenk auspackt. Passt es zu ihm? Ist es etwas, das ihm Freude macht? Überrascht es ihn? 

Das sind die Fragen, die wir uns stellen müssen, und wenn wir heute und in diesem Laden keine Antwort finden, so werden wir morgen in einem anderen weitersuchen müssen. Stattdessen kaufen wir irgendetwas, damit die Sache vom Tisch ist. Das aber ist nicht der Sinn des Schenkens. Dieser besteht darin, das Herz des Beschenkten zum Singen zu bringen. Wenn wir uns danach richten, finden wir das Richtige.

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Publiziert am 22.04.2016 | Aktualisiert am 22.04.2016
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