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Friedrich hatte das Pech, dass sein Vater der «Sonnenkönig», Friedrich Wilhelm I., war. Ein grober Geselle. Er pflegte die derbe Männerrunde des Tabakkollegiums und liebte seine Garde der «langen Kerls» mehr als seine Familie. Kultur, Philosophie, Frauen spielten keine Rolle in seinem Preussen.
Friedrich aber war musisch sehr begabt, wach, wissbegierig, selbstbewusst. So ein Subjekt konnte kein Erbe nach Wilhelms Geschmack sein. Prügel und Demütigungen veranlassten den Kronprinzen schliesslich zur Flucht. Sie missglückte. Freund und Fluchthelfer Katte wurde vor seinen Augen mit dem Schwert enthauptet.
Friedrich und die Frauen
Friedrich fügte sich scheinbar dem Vater, der Vater vergab scheinbar dem Sohn. 1733 verheiratete ihn der König mit Elisabeth von Braunschweig. 1740 starb Friedrich Wilhelm I.. Als Friedrich II. bestieg sein Sohn den Thron, ernannte seinen jüngeren Bruder August Wilhelm zum Thronerben und trennte den ehelichen Haushalt. Mit der Verbannung Elisabeths aus seinem Leben erledigte Friedrich II. das Thema Frauen ein für alle Mal.
Ein Mittagessen unter freiem Himmel auf einem Hügel von Potsdam löste in ihm den Wunsch aus, hier ein Schloss zu bauen. Er nannte es Sansscouci, ohne Sorgen.
132 Stufen mit Weinreben bepflanzt erhöhen den bezaubernden Rokokobau, heute Weltkulturerbe. Hier spielte Friedrich Flöte, parlierte mit dem französischen Philosophen Voltaire,
pflegte geistreiche Konversation in der Tafelrunde und verwöhnte seine Windhunde. Frauen waren ausgeschlossen.
Kriegsherr und Philosoph
Friedrich der Grosse, schon zu Lebzeiten so genannt, war Kriegsherr und als solcher machte er mit Waffen und Geld aus Preussen eine Grossmacht. Seine demonstrativ zur Schau gestellte Bescheidenheit «Ich bin der erste Diener meines Staates» war nicht frei von der Eitelkeit des Feudalherrn.
Als aufgeklärter Intellektueller verkörperte er einen «neuen Staatstyps, den des aufgeklärten Absolutismus». Er schaffte die Folter ab und die Garde der «langen Kerls», hob die Zensur auf, reanimierte die Akademie, kündigt den Bau einer Oper an, gewährte Religionsfreiheit, führte die Kartoffel ein, änderte aber nichts an der Fronpflicht der Bauern und der Leibeigenschaft.
Er war Philosoph aus Neigung. Schon der Jüngling unterschrieb Briefe mit «Frédérique le Pfilosophe». Er war ein hübscher junger Mann. Eingeprägt aber hat sich das Bild des alten misstrauischen Fritz in verknautschter Uniform.
Friedrich, ein Zwerg zum Anfassen
1763 gründete Friedrich II. die Königliche Porzellanmanufaktur Berlin. Zur Feier des 300. Geburtstags bietet das Unternehmen jetzt kleine Friedrichs aus weissem Porzellan
an.
Friedrich der Grosse ein Zwerg zum Anfassen, das hätte dem Alten nicht gefallen. Er starb am 17. August 1786 einsam und von Gicht geplagt. Nach Umwegen ruht er nach der Wende seit 1991 in der von ihm selbst bestimmten Gruft neben seinen Hunden auf der Terrasse von Sanssouci.
Wer Lust auf mehr bekommt, hat zahlreiche neue Friedrich-Biographien zur Auswahl. Zum Beispiel:
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Friedrich der Grosse, verewigt im Gemälde «Der alte Fritz». (Pro Litteris)