Unterwegs in Stuttgart Bei den Schwaben gibt es reiche Beute

An den Stuttgarter Weihnachtsmarkt reisen viele Schweizer jedes Jahr. Denn bei den Schwaben shoppt es sich wunderbar.

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Die gucket ja bloss», murrt der Schwabe am Kerzenstand. Die Schweizer «täten» nicht mehr «so viel kaufa wie sonscht». Da hat er seltenes Pech. Denn 3000 Busse mit AG-, BE-, TG-, ZH-Nummern parken todsicher auch diesen Dezember den Karlsplatz voll.

 

Der Run der Schweizer hat vier gute Gründe. Erstens: Stuttgart liegt nahe, von Zürich aus sind es nur 220 Autobahn-Kilometer (via Thayngen). Zweitens: Der Schwabe ist an Dialekt gewöhnt. Am besten, man redet ihn mit «Griass Gott» an. Drittens: Der Markt ist gross. An 280 Ständen gibts von der sauteuren handgeschnitzten Krippe bis zum Wichtel-Engel-Klimbim alles. Viertens: Der Markt liegt direkt in der City.

Auf zwei Quadratkilometern (alles zu Fuss erreichbar!) ballt sich eine Shopping-Vielfalt, die einen mit Franken bewaffneten Einkaufspartisanen nicht kalt lassen kann. Am Rathausplatz «der Breuninger» mit seiner unschwäbisch protzigen Schuhabteilung, «der Tritschler» mit Haushaltswaren auf vier Stockwerken, in der Eberhardstrasse der DM-Drogeriemarkt – sie und viele andere (wie Schlossberg, Calida, ­Primark) sind ergiebige Jagdgründe für Beute, die teils erheblich weniger kostet als daheim  (Putzmittel, Bücher, Kosmetika).

Auch Lebensmittel kaufen lohnt sich: Eingeschweisstes (Maultaschen, Rostbraten) in gehobener Qualität zum Mitnehmen gibts beim Feinkost-Böhm (Kronprinzstrasse 6). Im schicken Restaurant dort hat neulich sogar Angela Merkel gegessen. Eines ist ­sicher: Das Geld kriegt man los in Stuttgart. So oder so. Denn der rappelvolle Markt ist auch ein fester Termin für Taschendiebe.

Bis 23. Dezember, Mo–Sa 10–21; So 11–21 Uhr, 19. Dez. bis 22.30 Uhr.

Gut zu wissen

Anreise Direktzug von Zürich aus alle zwei Stunden. SBB-Rabatte checken! Eurobusse fahren täglich (eurobus.ch).

Wohnen Zentral, sauber, preiswert: Hotels Rieker und Pflieger (alle Hotel-Adressen über trivago.ch).

Geheimer Luxus Gaultier oder edles Kaschmir usw. gibts versteckt in der Calwer Strasse (Angela Grashoff) sowie Kronprinz­strasse (Horst Wandschura). Lingerie bei Frau Baitinger (Rathauspassage). Das Personal versteht echt was vom BH-Anpassen!

 

Publiziert am 04.12.2015 | Aktualisiert am 04.12.2015
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  • Carina  König aus Arbon
    04.12.2015
    Ich amüsiere mich köstlich. Als Neigeschmeckte also NIcht-Schwäbin meide ich den Stuttgarter Weihnachtsmarkt wie der Teufel das Weihwasser. Ich komme aus der Gegend, wo es richtige Weihnachtsmärkte mit echter Schnitzerei, mit Pyramiden, Lichterengeln und Schwippbögen gibt und keinen asiatischen Schrott. Aber schön, dass ihr Schweizer euch der Schwaben erbarmt und den Nepp mitmacht. Ich stehe nicht so auf Abzocke und auf-denFüßen-herumtrampeln
    • Manfred  Grieshaber aus Zollikon
      04.12.2015
      Der Dresdner Striezelmarkt ist doch genauso kommerzialisiert. Aber die echte Handwerkskunst erlebt gerade eine Renaissance. Nur wird heute vieles online gekauft, z. B. handgemachter Weihnachtsschmuck aus Glas. Und im Schwarzwald hat es einen Uhrmacher der produziert Schwarzwalduhren der ganz besonderen Art, da ist nichts mit Hirschen, Tannenzapfen und Eichhörnchen, der gestaltet seine Uhren nach Gemälden von Mondrian, Dali oder Picasso.