Menschen sind in Namibia Nebensache. Geisterhaft geht es in der Stadt zu und her.
Vor der Bäckerei Carstensen im Provinzstädtchen Otjiwarongo albern vier Teenager herum. Drei sind weiss, einer schwarz. Und sie sprechen Deutsch. Perfekte Idylle. Meist leben Weiss und Schwarz allerdings parallel zueinander in verschiedenen Welten. Aber immerhin friedlich. Abgesehen davon sind die Menschen Namibias nicht der Grund für den Besuch von über einer Million Touristen im Jahr.
An erster Stelle stehen die Tiere im Etosha Nationalpark. Der ist rund halb so gross wie die Schweiz, und man darf mit dem eigenen Fahrzeug die Schotterpisten erkunden. Die Wasserstelle Kalkheuwel scheint auf den ersten Blick völlig verlassen. Keine anderen Touristen, keine Tiere. Wir wollen gerade weiterfahren, da zottelt eine Elefantenfamilie herbei. Geräuschvoll füllen sie sich Rüssel und Bauch mit Wasser. Sechs Elefanten, zwei Schweizer und sonst weit und breit niemand – ein einmaliges Erlebnis!
Am nächsten Morgen verlassen wir das Camp Okaukuejo bereits bei Sonnenaufgang. In Okondeka wurden Löwen gesehen. Tatsächlich: Mama und Papa Löwe fläzen sich gelangweilt ins kniehohe Gras, während die Jungmannschaft rumtollt. Diesmal teilen wir die Freude allerdings mit Besuchern in fünf anderen Autos.
Weiter im Süden wird die Landschaft immer trockener. Die Menschen noch seltener. Dafür türmen sich in der Gegend um Sossusvlei die höchsten Sanddünen der Welt. Wieder gehts vor Sonnenaufgang los. Namibia ist kein Land für Morgenmuffel. Der Aufstieg auf die 325 Meter hohe Düne ist auch vor der Mittagshitze schweisstreibend genug. Dafür ist der Anblick überwältigend. Kilometerweit nur Sand – und ein paar vor Jahrzehnten vertrocknete Baumreste.
In Städten wie Windhoek, Swakopmund oder Lüderitz ist das deutsche Kolonialerbe noch lebendig. Brauhäuser, Faustball-Turniere, in jedem Ort eine Bismarckstrasse.
Am spannendsten ist aber ein Ort, in dem keiner mehr lebt. In Kolmanskop an der abweisenden Atlantikküste wurden einst Diamanten gefördert. Vor 50 Jahren verliessen die 3000 Einwohner das Dorf. Heute erobert sich der Sand das Krankenhaus, die Direktorenvilla oder die Kegelbahn zurück. Beobachtet von einem grazilen Springbock. Ein Land der Tiere eben.
Herumreisen
4 x 4 ist Trumpf
In Namibia ist ein Mietauto unerlässlich. Die Hauptstrassen sind in sehr gutem Zustand, Nebenstrassen häufig Schotterpisten. Ein 4x4-Fahrzeug ist nicht zwingend, macht aber mehr Spass.
Schlafen
Luxus in der Wildnis
Im Etosha Nationalpark gibt es nur staatliche Restcamps. Die haben komfortable Bungalows, Familienzimmer und Campingplätze. Die Preise (ca. 30 bis 100 Franken) sind für Schweizer Verhältnisse günstig.
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Essen
Hausmannskost
Fleisch ist in Namibia beliebt, wie beispielsweise das Jägerschnitzel nach deutscher Art (mit Springbock statt Schwein). In jeder grösseren Stadt gibt es eine Bäckerei mit frischem Brot und süssen Backwaren.
Reisezeit
Grün oder braun
Um Tiere zu beobachten empfiehlt sich der südliche Winter (April bis September). Dann ist es in der Nacht kühl und vor allem trocken, sodass Tiere zu den Wasserstellen kommen müssen. Im Sommer ist es heiss, Mücken schwirren umher und die Tiere können sich in der Vegetation besser verstecken. Vorteil: Günstigere Preise und zumindest im Norden schöne grüne Landschaften.
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