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Gesunkene Galeeren sind hierzulande bekanntlich Mangelware. Korallenriffe mit bunten Fischen auch. Trotzdem müssen die einheimischen Taucher vor Langweile nicht umkommen: Zwischen der A9 und dem Tanklager einer Raffinerie liegt im Waadtländer Chablais der Baggersee von Duzillet. Und in eben selbigem befindet sich ein Unterwasser-Statuenpark.
Neben einer Sirene, einem Surfer, einem Velo, Kapitän Nemos Nautilus und einer von Muscheln bewohnten Känguru-Familie die Hauptattraktion: Michael Schumachers Ferrari. Im Massstab 3:4 haben zwei Taucher des Clubs «Das süsse Abtauchen» aus Monthey VS in 7 Metern Tiefe einen Boxenstopp inklusive Mechaniker nachgebildet. Aus rostfreiem Stahl. «Die Formel-1-Box entspricht mehr als 100 Stunden Arbeit», sagt Florian Labanti, Instruktor des Tauchclubs und Initiator des Unterwasser-Statuenparks.
Tragisch allerdings: Eine Woche, nachdem der Ferrari Anfang April 2007 im See versenkt worden war, kam einer der Erbauer bei einem schweren Tauchunfall im Neuenburgersee ums Leben. «Wir haben den Boxenstopp dann trotzdem fertig gebaut, so wie es Mario auch getan hätte», erzählt Labanti.
Unter angefressenen Tauchern geniesst der Unterwasser-Skulpturenpark der Romandie eine gewisse Bekanntheit. Tauchclubs aus Freiburg, Genf, Neuenburg und auch aus Bern waren laut Labanti bereits zu Gast. «Der Baggersee ist ein wunderbarer Ort. Mit diesem Parcours werden die Taucher auch dazu erzogen, den Grund und die Wasserpflanzen nicht zu beschädigen.»
Es gibt jedoch auch kritische Stimmen. «Ich kann verstehen, dass sich Leute daran stören, wenn in einem natürlichen Habitat Fremdkörper aufgestellt werden», so Labanti. Doch seien die Statuen zu veritablen «Wohnungen» für Krebse und Muscheln geworden. (SDA/gsc)