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Melbourne hat eine Menge zu bieten. (www.tourism.australia.com / Brett Parkes)
Um herauszufinden, wo man in Australiens Gourmethauptstadt am besten isst, buche ich mir eine «Hidden Secret»-Tour mit Fiona Sweetman. Seit knapp fünf Jahren führt sie Neugierige durch die Stadt – ihre Touren unterscheiden sich nach den Themen Kultur, Kulinarik, Shopping und Wein. Melbourne habe sich in den letzten Jahren enorm verändert, erzählt mir Fiona. 1994 gab es im City Center von Melbourne gerade mal 30 Restaurants, heute seien es über 3000. Brigitta Haefer, Inhaberin der auf Slow Food ausgerichteten Weinbar Enoteca, bestätigt: «Es gibt in Melbourne viele hervorragende Köche, das setzt eine hohe Messlatte. Jedes neue Restaurant muss darum noch besser sein, um Erfolg zu haben.»
Durch enge Gassen der Innenstadt führt mich Fiona vorbei an ehemaligen Kleiderfabriken und Lagerhäusern, die heute hippe Restaurants und Bars beherbergen. Am Ende der Flinders Lane stoppt sie vor dem Cumulus Inc., das für seine Spitzenküche in Tapas-Portionen und sein sagenhaftes Weinangebot bekannt ist. Weiter geht es durch eine versteckte Seitenstrasse zur kleinsten und besten Espresso-Bar der Stadt, dem La Liaison. Melbourner haben offensichtlich eine Leidenschaft für Kaffee, denn Kaffeebars gibts an jeder Ecke.
Den nächsten Halt machen wir beim Victoria Market. In der alten Markthalle werden vom französischen Käse bis zur afrikanischen Springbock-Wurst Köstlichkeiten aus aller Welt angeboten. Mittags drängeln sich Studenten an den Theken der italienischen und griechischen Paniniläden. Zum Schluss unserer Tour gehts zu Koko Black in der Royal Arcade. Deren sündhaft gute Pralinen belgischer Art schaffen es sogar, mich Schweizer zu beeindrucken.
Später am Abend zeigt mir Michelle Matthews, die Herausgeberin des legendären Bar-Führers «Bar Secrets», einen echten Geheimtipp: Im mit französischen Gartenmöbeln eingerichteten «Madame Brussels» sind die Kellner wie Ballboys aus den 20er-Jahren gekleidet. Auf der Dachterrasse wird ein Gourmet-BBQ serviert, und zu später Stunde schwingt die Besitzerin gerne mal am Kronleuchter hin und her.