Outdoor-Equipment: Polarmond Hightech-Haus im Rucksack

Bei minus 30 Grad draussen im Gebirge bequem und warm schlafen? Ja, das ist möglich. Polarmond hat fünf Jahre lang mit seinem All-In-One-Schlafsystem daran getüftelt.

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Nach einer bequemen Nacht im All-In-One-Schlafsystem den Sonnenaufgang im Hochgebirge geniessen. Thomas Lüthi

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Mitte September 2010 stellte sich Walter Krummenacher die Sinnfrage: Macht mich meine derzeitige Arbeit zufrieden? Als er die Frage ohne zu zögern verneinen konnte, zog der ­Produktmanager die Konsequenzen und kündigte seinen Job. «Ich wollte etwas wirklich Sinnvolles machen, etwas, das mich ausfüllt», sagt der inzwischen 49-Jährige in seinem heutigen Büro bei Polarmond in Wil SG.

All-In-One-Outdoor-Schlafsystem

Die Quintessenz aus dem Brainstorming von damals ist jetzt marktfähig, ein All-In-One-Outdoor-Schlafsystem. «Sie können es nennen, wie Sie wollen», sagt der Erfinder, «Schlafsack mit Raumbildung und integriertem Zelt oder umgekehrt.» In gut fünf Jahren haben er und sein Partner Marcel Schubiger das Ziel von 2010, «das weltbeste Zelt für Obdachlose oder Flüchtlinge herzustellen», in die Tat umgesetzt. Und schon jetzt, noch bevor die ersten Produkte ab Spätsommer 2016 lieferbar sind, ist das Interesse an den Schlafsystemen in der Fachwelt und Sportlerszene gross.

Walter Krummenacher (l.) und Marcel Schubiger von Polarmond vor ihrem 
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Walter Krummenacher (l.) und Marcel Schubiger von Polarmond vor ihrem All-In-One-Schlafsystem. Thomas Lüthi

 

Was macht die Polarmond-Schlafsysteme so anders als ­andere Schlafsäcke? «In dieser Entwicklung des All-In-One-Schlafsystems liegt das gesamte Forschungs-Know-how der letzten 20 Jahre», zeigten sich die Juroren des Outdoor Industry Awards 2015 begeistert und vergaben den Gold Award.

Funktioniert bis 30 Grad minus

Tatsächlich ist das, was Krummenacher und Partner in Zusammenarbeit mit Outdoor-Experten, Ingenieuren, Physikern, und Konstrukteuren der Empa, der Schweizerischen Textilfachschule (STF) und dem IPEK-Institut der Hochschule Rapperswil entwickelt haben, revolutionär. «Ich wollte», sagt er, nach wie vor begeistert von seinem Produkt, «ein Schlafsystem für bis zu minus 30 Grad erfinden, das sich ohne Fremdenergie aufheizt, Luftzufuhr für das ­Atmen zu hundert Prozent gewährleistet, Wärmestaus vermeidet, luftgefederten Schlafkomfort bietet und obendrein auch noch ultraleicht ist.» Zudem wurde aus Tierschutzgründen auf die Verwendung von Daunen verzichtet.

Geldgeber gefunden

Anfangs stellten sie sich Fragen wie: Ist der Businessplan konsistent? Würden sich Geldgeber finden lassen? Doch ganz offensichtlich war das Projekt derart gut ausgearbeitet, die Marktanalyse so klar, dass sich diverse Geldquellen auftaten. Zum einen die St. Galler Stiftung Startfeld, die damals ein zinsloses Darlehen vergab, dann die KTI (Kommission für Technologie und Innovation), die Förderagentur des Bundes, sowie zwei Investoren, welche sich als Aktionäre an Polarmond beteiligt haben.

Seit der Gründung hat sich das Team verstärkt, zu Krummenacher und Schubiger hat sich ein weiterer Mitarbeiter gesellt. Doch noch immer sind die Arbeitstage meist lang und Wochenendarbeit die Regel. «Da kommen auch mal bis zu 70 Stunden pro Woche zusammen», sagt Krummenacher. Dass er seinen vorherigen Job an den Nagel ­gehängt hat, hat der Visionär nie bereut: «Polarmond ist das Beste, was ich je gemacht habe.»

Polarmond – Rundum warm und bequem

Das Start-up Polarmond mit Sitz in St. Gallen wurde 2011 von Walter Krummenacher und Marcel Schubiger gegründet. Die ­ur­sprüngliche Idee, Flüchtlinge oder Obdachlose vor Unterkühlung zu schützen, führte zur Entwicklung des weltweit ersten selbst auf­wärmenden und temperaturregulierbaren All-In-One-Schlafsystems. Ab Spätsommer 2016 ist dieses bei Transa erhältlich, es kann aber auch online bestellt werden: www.polarmond.ch

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Publiziert am 27.03.2016 | Aktualisiert am 27.03.2016
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2 Kommentare
  • Backcountry  Tours aus Sargans
    28.03.2016
    Finde es ein super Produkt, das wichtige Grundsätze wie Staunässe, Feuchtigkeittransport nach Aussen, wasserdicht nach innen etc. aufgreift. Bin gespannt, wie gut es wirklich ist - offizielle Tests wie z.B. durch Einstein sind vielversprechend!
  • Reto  Berger aus Zürich
    28.03.2016
    Gratulation! Geniales Produkt, wow! Aber für Obdachlose für über 2.000 Euro im oberen Bereich.