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Ihre Agenda ist voll und das Handy der ständige Begleiter, doch wenn TV-Powerfrau,Moderatorin und SSF-Programmleiterin Claudia Lässer in einer Stadt wie Linz unterwegs ist, nimmt sie das Wichtigste schon auf den ersten Blick wahr. Und sie wird nicht müde, mit den Menschen zu reden.
ReiseBlick: Welche Beziehung haben Sie zu Österreich?
Claudia Lässer: Eine grosse! Ich bin ein richtiger Österreich-Fan! Denn dort gibt es viele Schlösser. Seit meiner Kindheit habe ich nämlich einen Schlösser-Tick. Als Fünfjährige habe ich mich einmal in Wien im Schloss Schönbrunn versteckt, weil ich dort eine Nacht verbringen wollte. Aber man hat mich dann leider doch gefunden. Meine Mutter hat das natürlich ausgenützt, denn wenn man mir ein Schloss in Aussicht stellte, habe ich jede Wanderung mitgemacht. Ja, und jetzt arbeite ich auch in Wien, habe für Sat1 Österreich und Schweiz die Sendung ‹Kickoff› gemacht und für Puls4 einen Prominenten-Talk.
Und welchen Eindruck hat denn nun Linz auf Sie gemacht?
Es hat eine herzige Innenstadt, doch wichtiger sind die Menschen. Sie sind sehr warmherzig, ‹gmögig›, gemütlich und offen. Linz würde ich sofort wieder besuchen, vor allem dieses Jahr. Für das Kulturhauptstadt-Programm haben sich die Linzer viel einfallen lassen. Und Schlösser gibt es dort ja auch… (lacht herzlich)
Mögen Sie eigentlich Linzertorte?
Ja, sehr! Mit dem Mürbeteig, wie er in Linz gemacht wird, schmeckt sie etwas anders als bei uns.
In der Backstube von Jindrak haben Sie gleich angepackt. Kochen und backen Sie gerne selber?
O ja! Ich bin eine leidenschaftliche Köchin. Ich koche jeden Abend sehr kreativ – auch mit Resten. Zum Dessert gibt es aber meistens eher Cremen und Früchte als Selbstgebackenes. Für mich ist das Kochen ein guter Ausgleich. So kann ich kreativ und relaxed sein und meine Freunde freuen sich auch. Alle zwei Wochen treffen wir uns mit Freunden zum Kochen.
Welches sind denn Ihre österreichischen Lieblingsspeisen?
Kaiserschmarren – eindeutig! Der ist halt einfach sehr mastig – wie vieles in Österreich… Desserts machen die Österreicher aber sehr gute – Kalorien hin oder her. Dann muss man nachher einfach eine Runde länger rennen gehen.»
Sie sind Vegetarierin, überall gibt es Wurststände, aber keine Vegi-Snacks. Ist das nicht ermüdend?
Doch, das ist sogar sehr ermüdend. Gerade in Österreich, wo es so viele Fleischgerichte gibt, ist es schwierig. Da reduziert sich dann alles auf die Beilagen oder allenfalls Fisch. Die Österreicher sind mit der Vegi-Küche überfordert, scheint mir.
Sie reisen viel. Wo waren Sie zuletzt? Und wieso?
In Wien natürlich – alle drei Wochen. Und in Mexiko. Dort habe ich Ferien gemacht. Die Farben waren herrlich! Als sehr visueller Mensch hat mir die Farbintensität besonders gut gefallen. Ein Sonnenaufgang in Mexiko öffnet das Herz! Und die Pflanzen, die man zu Hause im Wohnzimmer hat, die wachsen dort einfach am Strassenrand. Einfach paradiesisch! In einer solchen Umgebung kann ich gut vom Alltag abschalten. Ansonsten bin ich eher in Europa unterwegs.
Worauf achten Sie zuerst, wenn Sie in eine fremde Stadt kommen?
Immer auf die Menschen. Sie interessieren mich, denn sie machen eine Stadt aus. Ich rede auch mit allen Leuten. Zum Beispiel Taxifahrer ausfragen zahlt sich immer aus. In Österreich hat man ja meistens einheimische Fahrer, und die erzählen gerne einen Schwank aus ihrem Leben.
Wo waren Sie noch nie, möchten aber unbedingt mal hin?
Nach Südafrika. Alle, die dort waren, schwärmen. Die Landschaft muss sehr speziell sein.
Welche Bedeutung hat für Sie das Wort Trend?
Es ist das Wort in meinem Beruf. Sei es Sport oder Mode – ich bin in meinem Job gezwungen, schon vorherzusehen, was Trend sein wird. Das ist auch schön, denn so kann ich immer neugierig sein – eine Charaktereigenschaft, die auf mich sowieso zutrifft. Und deshalb reise ich auch so gerne, lasse mich inspirieren, sehe, was die Leute so anziehen, essen und trinken.
Springen Ihnen beispielsweise Modeströmungen ins Auge oder bedarf es einer längeren Beobachtung?
Nein, das sehe ich sofort! Auf den ersten Blick. Das habe ich von klein auf. Ich sehe sofort, was in einem Land häufiger getragen wird. Aber ich schaue sicher auch bewusster hin als andere.
Was ist Ihnen in Linz aufgefallen?
Dass die Retrospektive eine grosse Rolle spielt. Das Traditionelle wird mit modernem Schick kombiniert. Trachtenartige Kleider, sehr auf Taille geschnitten, und Hüte… Aufgefallen ist mir, dass viele Linzerinnen Hut tragen, auch extravagante Modelle. Es scheint ein Ausdruck der Linzer Persönlichkeit zu sein. Gut, es gibt dort auch viele Anlässe, zu denen man sich entsprechend kleiden und einen Hut dazu tragen kann. Ich finde Hüte toll, farbige sowieso. Nur mit der ausladenden Grösse – ich weiss nicht… damit würde ich mich vielleicht nicht ganz wohl fühlen.
Wieder zurück in die Schweiz. Was sind Ihre Zukunftsprojekte?
Am 1. Juli startet das Schweizer Sportfernsehen, das auch ein wenig mein ‹Baby› ist, denn bei diesem neuen Sportkanal bin ich Programmleiterin und verantwortlich für Programm und Auftritt des Senders. Ausserdem sind noch zwei, drei Sendungen für Sat1 in der Pipeline. Eines ist eine Castingshow, aber ich darf natürlich noch nicht verraten, worum es dabei geht.