Norwegen ruft Im wilden Norden von Europa

Die Lofoten im Norden Norwegens sind bezaubernd schön. Aber nichts für Weicheier.

  • Publiziert: 13.09.2012
  • Michael Spillmann

Kalter Wind empfängt uns, als wir aus dem kleinen Flugzeug steigen und an diesem winzig kleinen Flughafen unser Mietauto packen. Wir sind von Bodø nach Svolvær auf den Lofoten geflogen – und das mit den weltbesten Piloten. Doch dazu später mehr. Es ist nicht nur der Wind, der uns umhaut, sondern vor allem dieser erste Eindruck der Inseln im Norden Norwegens.

Die Natur: Wir fahren durch Landschaften, die so gewaltig wie wunderschön sind. Es ist grün und felsig, Wasserfälle sprudeln, Blumen schmücken die Wiesen. Und die kleinen Holzhäuschen wirken wie gemalte Farbtupfer. Das Meer teilweise wild, die Fjorde dann wieder südseeblau. Wanderungen führen über Stock und Stein, über kleine Hügel am Meer, an einsamen Buchten und gros­sen Schafherden vorbei.

Die Geschichte: Die Reise führt uns erst nach Reine, im Süden der Insel. Nieselregen ist unser treuer Begleiter. Also besuchen wir Museen in Å und Nusfjord. Denn die Lofoten haben ­einige ihrer Dörfer, einst florierende Fischerorte, in ein Ausstellungsdorf umgewandelt. Von der Geschichte des Stockfischs, dem luftgetrockneten Kabeljau, bis hin zum Alltag der Fischersfrauen. Was man schon ahnte, weiss man spätestens jetzt: Das raue Leben auf den Lofoten ist nichts für Weicheier!

Das Fischen: «Man kann hier nicht Ferien machen, ohne zu fischen», sagt uns eine Norwegerin. Wir schnappen uns die Ausrüstung, stellen uns an eine einsame Klippe. Ja, das darf man hier. Und einsame Plätze hat es genug. Mit genügend Petri Heil macht man sich seinen Znacht irgendwo in der freien Natur mit herrlichem Blick aufs Meer.

Die Fischerhütten: Weniger einsam ist es in Kabelvåg, zurück in Richtung Svolvær. Wieder wohnen wir in einer der unzähligen renovierten Fischerhütten. Unser «Rorbu» liegt direkt über dem Wasser. Die seltenen Sonnenstrahlen können wir auch noch um Mitternacht auf der Terrasse geniessen. Denn im Sommer wird es nie richtig dunkel.

Bei der Rückreise ist der Wind so stark, dass wir wegen des Flugs nachfragen. «Das ist ja noch gar nichts», heisst es. «Und sowieso: Es sind die besten Piloten der Welt, die diese Strecke fliegen.»

Reise-Tipps

Hinkommen: Flugzeug oder Fähre
Mit dem Flugzeug nach Oslo, von dort nach Bodø oder Narvik. Täglich gibt es Flüge auf die Lofoten. Oder Passagierboote. Wer mit dem Auto kommt, nimmt die Fähre vom Festland.

 

Sport: Paradies für Kajak-Fans
Die Lofoten sind gut zu Fuss oder mit dem Velo zu erkunden. Wanderweg- und Velowegnetz lassen aber noch zu wünschen übrig. Bekannt sind die Inseln für die herrlichen Kajaktouren auf den Fjorden. Für Kletterer geht es teilweise bis auf 1000 Meter auf die schroffen Gipfel, von Meereshöhe aus.

 

Essen: Stockfisch ist Pflicht
Wer keinen Fisch mag, wirds auf den Lofoten schwer haben. Ein Muss: Stockfisch mit Speck, Kartoffelstock und Rüeblipüree. In den kleinen Fischerdörfchen auf der Insel gibt es allerdings wenige Restaurants. Aber die sind dafür exzellent. Sonst einfach die Angel auswerfen.

 

Trinken: Nach dem Essen einen Aquavit
Alkohol ist teuer – wie alles andere auch. Wein und Schnaps gibts nur im staatlichen Vinmonopolet in grösseren Orten, auf den Lofoten in Svolvær. Norweger sind grosse Biertrinker. Nach dem Essen am besten einen Aquavit.

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