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Die Fassaden des Ritz Carlton Resorts 27 Kilometer südostlich von Las Vegas leuchten im Dämmerlicht in warmen Rottönen. Nebenan spiegelt sich ein Nachbau der Ponte Vecchio von Florenz im Lake Las Vegas. Andrea Bocelli schmettert seine Lieder ab Konserve, während wir im Restaurant Luna Rossa ein Glas italienischen Rotwein und einen Teller Pasta geniessen. Sogar Grillen zirpen im Innenhof des Resorts – ab Tonband.
Die Architekten schaffen eine perfekt inszenierte Illusion von Italien – inmitten der Wüste Nevadas und an einem künstlichen See. Alles erscheint wie eine verzweifelt anmutende Kopie Italiens. Aber reist ein Europäer wie ich nach Amerika, um sich Italien anzusehen?
Eigentlich hätte die Natur rund um Las Vegas schon genügend atemberaubende Gründe, um dorthin zu reisen, und bedarf keiner Imitationen anderer Kulturen. Etwa das Valley of Fire.
Die roten Farben der Felsen – daher der Name Tal des Feuers – wirken auf Fotos niemals so intensiv wie in natura. Verblüffend auch die Gesteinsformationen. Wie in Wolkenbildern erkennt man in ihnen Gegenstände, Tiere und Menschengestalten, mitunter die furchterregende Figur aus Edvard Munchs Gemälde «Der Schrei». Ein amüsantes Entdeckungsspiel.
Nebst den Felsen will eine Vielzahl von Tieren betrachtet werden. Ich entdecke Eichhörnchen, Eidechsen und Grosse Rennkuckucke. Was in meiner Bestaun-Sammlung fehlt, sind Präriehunde. Einen Helikopterflug zum weltbekannten Grand Canyon muss man sich als Tourist in dieser Gegend gönnen. Er führt über den ganzen Stolz Amerikas, den Lake Mead. Der grösste Stausee der USA wird vom Hoover Damm angestaut, der entlang der Grenze zwischen den Bundesstaaten Nevada und Arizona verläuft.
Mit dem Helikopter fliegt man Richtung Arizona durch die Schluchten im Westen des Colorado Plateaus und landet bei einem Picknickplatz. Der Ausblick auf den sich majestätisch und bestechend ruhig erstreckenden Canyon ist der Höhepunkt meiner Reise.
Wer die Stille und Einsamkeit mag, wird die Wüste und Naturschauspiele rund um Las Vegas lieben – fernab von Nobelcasinos, Nackttänzerinnen und Neonlichtern.
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Blue Man Markus Weiss aus Feldmeilen ZH. (ZVG)