Costa Rica Hart verdiente warme Wellen

  • Aktualisiert am 15.01.2010
  • Von Gerhard Schriebl
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Der Weg zum Surfparadies am Pazifik ist steinig und nass – auch vor Schweiss.

Wir sitzen im Velosattel und es regnet. Mal tropfenweise, dann wieder in Strömen. Herrlich. Es ist warm, und völlig durchnässt liefern wir uns auf dem Weg ans Meer kleine Rennen. Ohne Schutzbleche stehen wir in direktem Kontakt mit der aufgeweichten Naturstrasse – der Sand knirscht zwischen den Zähnen.

Angekommen an der Pazifikküste haben unsere Velos dringend eine Reinigung nötig. Mit dem Gartenschlauch säubern wir Bikes und Biker. Strand, Meer und Bier lassen auch abends keine Reklamationen aufkommen – ausser wenn Letzteres dem Hotel temporär ausgeht. Später bringt ein Laster der Brauerei Imperial Nachschub, doch die Vernunft schränkt den Konsum ein. Bei Sonnenaufgang fahren wir zum Playa Ostional, um Schildkröten zu beobachten. Ende November kommen sie zu Hunderten an den Strand, um Eier zu legen.

Auf der Halbinsel Nicoya geht die Bikereise durch Costa Rica weiter entlang der Küste zum Playa Sámara, wo wir zwei Tage bleiben. Sommerliche Nächte, Stranddiscos und weniger Schlaf als sonst halten die meisten der Bikegruppe nicht davon ab, am Morgen Surfstunden zu nehmen. Die Bedingungen in Sámara sind ideal für die ersten Wellenritte.

Zwei weitere Tage radeln wir die Küste entlang zur Südspitze der Halbinsel Nicoya nach Montezuma. Dort geht es dann mit der Fähre wieder ans Festland und mit dem Bus nach San José. Touristisch bietet die Hauptstadt wenig. Für uns ist sie Durchlaufstation zum 3432 Meter hohen Vulkan Irazú.

Den Aufstieg nimmt uns der Bus ab und wir freuen uns auf eine rasante Abfahrt. Es regnet jedoch – und dieses Mal ist das gar nicht herrlich, sondern eiskalt. Die Mietbikes – die schon länger ein paar Ersatzteile nötig gehabt hätten – werden stark beansprucht und wir müssen Reparaturstopps einlegen. Klatschnass und schlotternd kommen wir auf 2600 Meter hoch bei der Lodge an, die inmitten mystischer Alpenlandschaft liegt. Doch bevor wir den herrlichen Blick auf den aktiven Turrialba-Vulkan geniessen, heizen wir die Holzöfen ein.

In zwei Tagen legen wir auf den Bikes noch 170 Kilometer und 2100 Höhenmeter zurück an den Pazifik. Obwohl wir an Kondition zugelegt haben, spüren wir die gefahrenen Höhenmeter. Das soll auch so sein, denn die letzten beiden Tage der Biketour verbringen wir in San Antonio, wo wir am Strand mit einem Imperial in der Hand auf den Sonnenuntergang warten.

www.bikereisen.ch

Trinken

Kaffee und Imperial
Nach dem Tourismus st Kaffee eines der wichtigsten Wirtschaftsgüter Costa Ricas. Kaffee kriegt man auch bei jedem noch so kleinen Verpflegungs-stand – wenn auch selten aus der Espressomaschine. Freunde von Bier kommen in Costa Rica aber auch nicht zu kurz: Imperial ist – nicht bloss auf den T-Shirts der Touristen – allgegen-wärtig. Wers etwas herber mag, trinkt Pilsen oder Bavaria.

Schlafen

Finca los Caballos
Beachboys (und -girls) zieht es an die Strände von Malpais – tagsüber surfen, nachts feiern. Ruhiger lässt es sich oberhalb des nahe gelegenen Montezuma logieren. Umgeben von Dschungel, kann man sich in der Lodge «Finca los Caballos» verschiedenen Spa-Behandlungen hingeben – oder einfach nur flittern.

www.naturelodge.net

Natur

Manuel Antonio
Wer in Manuel Antonio nach dem Surfen einen Blick in die Tierwelt Costa Ricas werfen will, braucht nicht weit zu gehen. Gleich am Ende des Strandes befindet sich der Nationalpark. Neben Weissgesicht-Kapuzineraffen trifft man dort auch auf Faultiere, Nasen- oder Waschbären.

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