
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar abzugeben.
Wenn Sie ein Konto bei Facebook haben, können Sie sich damit anmelden.
Im Herzen von Bali: Herrlich grüne Reisterrassen.- RDB
Die Ankunft auf Bali ist wie ein Wiedersehen mit alten Freunden. Wo wir hinkommen, begrüsst man uns mit einem Lächeln. Von der ersten Minute an fühlen wir uns auf der Insel willkommen.
Die ersten drei Tage verbringen wir in Jimbaran, am südlichen Zipfel der Insel. Wasser und Strand erinnern hier ans Mittelmeer – wer Traumstrände und türkisfarbenes Wasser sucht, wird auf Bali nicht glücklich. Für alle anderen ist die Götterinsel Indonesiens ein irdisches Paradies: Surfer, Künstler, Suchende, Geniesser und Entdecker. Bereits in den 20er- und 30er-Jahren des letzten Jahrhunderts zog eine buntgemischte Schar aus Müssiggängern, Musikern, Malern und Weltenbummlern nach Bali. In den 60er-Jahren kamen dann die Hippies hinzu.
Nach drei Tagen im Liegestuhl machen wir uns auf zum Sitz der Götter: dem Vulkan Gunung Agung, dem mit rund 3000 Metern höchsten Berg der Insel. Wir lassen die Küste hinter uns, besuchen mystische Hindutempel und tauchen immer tiefer in das tropische Herz der Insel ein. Unser Fahrer Wayan führt uns in das komplizierte Kastensystem des balinesischen Hinduismus ein. Nebenbei verscheucht er hupend die vielen Strassenköter, weicht geschickt Schlaglöchern aus und besticht die Wächter an den verschiedenen Aussichtspunkten. Anstelle der regulären 25 000 Rupien Eintritt drückt er ihnen 10 000 Rupien schwarz in die Hand. «Balinesische Art, Probleme zu lösen», sagt er und lacht.
Langsam, wie eine vollgefressene Raupe, erklimmen wir Kilometer um Kilometer, vorbei an saftig-grünen Reisterrassen. Bis sich dann der Krater des heiligen Vulkans aus den Wolken schält. Der Gipfel kann in einer fünfstündigen Wanderung bestiegen werden. Die richtige Ausrüstung fehlt uns zum Glück, so dass uns Wayan nach Ubud, dem künstlerischen Zentrum Balis, führt. Traditionelle Malerei, Holzschnitzerei, Tanz und religiöse Zeremonien haben hier ihren Ursprung.
Mittlerweile hat sich Ubud zu einer Touristenattraktion entwickelt, aber allen Ferienbesuchern zum Trotz hat man nie das Gefühl, Bali habe seine Seele verkauft. Vielerorts ist aber auch diese Insel in der Zukunft angekommen. Handys und Internet gehören zum Alltag. Das gilt auch für die Politik: Überall hängen Obama-Plakate. Auch im friedfertigen Bali ein Hoffnungsträger.
An unzähligen Ständen kann unter billigem Ramsch immer noch echtes Kunsthandwerk entdeckt werden. Doch das schönste Souvenir ist ohnehin ein balinesisches Lächeln.