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«Bok» schallt es hier, «Bok» schallt es da. Wir sind im wunderschönen Zagreb und stehen vor der «Barbie»-Kirche. So nennen die Einheimischen die Katharina-Kirche, ihres bonbonfarbenen Interieurs wegen. Es scheint, dass hier, in der einzigen Millionenstadt Kroatiens, jeder jeden kennt.
«Bok» lassen wir uns erklären, ist eine Verkürzung von Bückling, der österreichischen Ehrerbietung. Und schon sind wir mitten drin im erstaunlichen Mix zwischen kaiserlich und königlicher Monarchie (u.a. vertreten durch Topfenstrudel), lässiger Italianità, grosstädtischen Jazzkellern à la parisienne und einem letzten wehmütigen Hauch von Nostalgie.
Kroatien ist gesegnet mit Naturschönheiten. Wer dabei jetzt nur an Strände und Badeorte denkt, der kennt nicht alles: Tiefgrüne, wasserreiche Nationalparks – wie wir sie eher von Nordeuropa gewöhnt sind – überraschen den Besucher in allen Landesteilen.
Auch die kroatische Küche ist ein europäischer Mix: In Dalmatien machen sich Einflüsse Italiens stark bemerkbar (auch in einer Anhäufung von mehr oder minder guten Pizzerien), andernorts – im nördlichen Teil – hat eher die Puszta-Küche Ungarns das Sagen.
Nicht, dass man uns nun vorwirft, wir reduzierten das immer beliebter werdende Ferienland auf seine geschichtlich bedingten Einflüsse aus aller Herren Länder. Es ist vorhanden, das typisch Kroatische. Und findet sich zum Beispiel in Slunj, wo der Fluss Slunjčica in traumhaften Kaskaden und Wässerfällen durch den historischen Kern führt. Malerische Holzhäuser und Wassermühlen lassen von vergangenen Zeiten träumen. Genau so einzigartig auch die Meeresorgel und «der Gruss an die Sonne» in Zadar.
Ebenfalls völlig eigenständig – und von allerbester Qualität – ist, was dem neugierigen Touristen ins Glas kommt: Verschiedene Biere wie das Velebitsko, die dank sauberstem Gebirgswasser so gut munden, dass man(n) sich gerne noch ein zweites, drittes Glas gönnt.
Weine wie der süffige Weisse von der Istarska-Malvazija-Traube und grosse Rote aus der Rebsorte Mali Plavac, die als kroatischer Export in Kalifornien unter dem Namen Zinfandel Karriere gemacht hat. So schliesst sich trefflich der Kreis: Kroatien hat Weltgeschichte geschrieben – und zumindest das Weinland USA lebt von ihm.