Kroatien Ganz Europa in einem Land

  • Publiziert: 25.08.2010, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Von Hans-Jörg Degen

ZADAR - Offen gegenüber fremden Einflüssen und dennoch authentisch: Kroatien schafft den Spagat.

«Bok» schallt es hier, «Bok» schallt es da. Wir sind im wunderschönen Zagreb und stehen vor der «Barbie»-Kirche. So nennen die Einheimischen die Katharina-Kirche, ihres bonbonfarbenen Interieurs wegen. Es scheint, dass hier, in der einzigen Millionenstadt Kroatiens, jeder jeden kennt.

«Bok» lassen wir uns erklären, ist eine Verkürzung von Bückling, der österreichischen Ehrerbietung. Und schon sind wir mitten drin im erstaunlichen Mix zwischen kaiserlich und königlicher Monarchie (u.a. vertreten durch Topfenstrudel), lässiger Italianità, grosstädtischen Jazzkellern à la parisienne und einem letzten wehmütigen Hauch von Nostalgie.

Kroatien ist gesegnet mit Naturschönheiten. Wer dabei jetzt nur an Strände und Badeorte denkt, der kennt nicht alles: Tiefgrüne, wasserreiche Nationalparks – wie wir sie eher von Nordeuropa gewöhnt sind – überraschen den Besucher in allen Landesteilen.

Auch die kroatische Küche ist ein europäischer Mix: In Dalmatien machen sich Einflüsse Italiens stark bemerkbar (auch in einer Anhäufung von mehr oder minder guten Pizzerien), andernorts – im nördlichen Teil – hat eher die Puszta-Küche Ungarns das Sagen.

Nicht, dass man uns nun vorwirft, wir reduzierten das immer beliebter werdende Ferienland auf seine geschichtlich bedingten Einflüsse aus aller Herren Länder. Es ist vorhanden, das typisch Kroatische. Und findet sich zum Beispiel in Slunj, wo der Fluss Slunjčica in traumhaften Kaskaden und Wässerfällen durch den historischen Kern führt. Malerische Holzhäuser und Wassermühlen lassen von vergangenen Zeiten träumen. Genau so einzigartig auch die Meeresorgel und «der Gruss an die Sonne» in Zadar.

Ebenfalls völlig eigenständig – und von allerbester Qualität – ist, was dem neugierigen Touristen ins Glas kommt: Verschiedene Biere wie das Velebitsko, die dank sauberstem Gebirgswasser so gut munden, dass man(n) sich gerne noch ein zweites, drittes Glas gönnt.

Weine wie der süffige Weisse von der Istarska-Malvazija-Traube und grosse Rote aus der Rebsorte Mali Plavac, die als kroatischer Export in Kalifornien unter dem Namen Zinfandel Karriere gemacht hat. So schliesst sich trefflich der Kreis: Kroatien hat Weltgeschichte geschrieben – und zumindest das Weinland USA lebt von ihm.

Reise-Infos

Hinkommen: Flug
Croatia Airlines bedient Dubrovnik, Pula, Split,Zadar und Zagreb. Wer mit dem Auto Kroatien bereist, findet beste Strassen-verhältnisse vor. Auch für Biker ein Paradies!
www.croatiaairlines.com

Übernachten: Bastion des Wohlseins
Wer Ruhe sucht, findet sie im pittoresken Hafenstädtchen Zadar. Das Boutique-Hotel Bastion bietet direkt an der Hafenmole ein Maximum an Komfort und Ruhe.
www.hotel-bastion.hr

Ausflüge: Kroatiens Ballenberg
«Etnoland Dalmati» gibt einen Einblick, wie die kroatische Bevölkerung vor 100 Jahren lebte. Es wird Authentisches aufgetischt: Schinken aus Drniš, süffige Weine und einen selbst-gebrannten Travarica (Kräuterschnaps).
www.dalmati.com

Weltexklusiv: Die Meeresorgel
In Zadar wurden unter dem Meeresspiegel 35 Röhren eingelassen. Durch die Wellen-bewegungen werden Töne unterschiedlichster Höhe erzeugt, die an Walgesänge oder Didgeridoo-Musik erinnert. Gleich daneben ein sehenswertes Lichtspiel.

Nur Natur
Kroatien besitzt acht Nationalparks. Zwei, die unbedingt in Ihre Reiseplanung gehören: Plitvička Jezera (Plitwitzer Seen) sowie Krka.
www.np-plitvicka-jezera.hr
www.npkrka.hr

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