Ferien-Trend: Kreuzfahrten Zimmer mit Meeresblick garantiert

Familien, Pärchen, Rentner: Alle zieht es auf eine Kreuzfahrt. Ferien auf dem Wasser werden seit Jahren immer beliebter. Die Vielfalt an Reiseangeboten ist mittlerweile enorm. Blick Reisen gibt einen Überblick.

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Kreuzfahrten boomen – und das mittlerweile seit fast 175 Jahren. Als Erfinder der Kreuzfahrten gilt die britische Peninsular & Oriental Steam Navigation, heute bekannt unter dem Namen P&O Cruises. Spätestens als die hochgeborenen Damen und Herren der englischen Oberschicht ab 1840 regelmässig von London per Schiff zur indischen Kolonie reisten, war die luxuriöse Kreuzfahrt lanciert. Mittlerweile buhlen mehr als 400 Kreuzfahrtschiffe um die Gunst der Passagiere. Dadurch hat sich eine breite Palette an unterschiedlichen Spielarten herausgebildet.

Der Klassiker
Der Klassiker ist immer noch die Vergnügungskreuzfahrt, bei der man von Ort zu Ort schippert und bei einem Landgang eine Destination erkundet. Statistiken zeigen: Am beliebtesten bei Europäern sind siebentägige Rundfahrten im Mittelmeer. Die Schiffe sind schwimmende Luxushotels mit allen Annehmlichkeiten, die es auch auf dem Land gibt, sprich Sportangebot, Spa-Bereich, Casino, Fitnesscenter, Shoppingmall und mehrere Restaurants.

Auch heute gibt es noch die Luxuskreuzfahrt mit Fünfsterne-Komfort, bei der man gerne den Smoking zum Abendessen anzieht. Zu den edelsten (und teuersten) Kreuzfahrten zählen die Cruises der Rederei Silversea. Auf den kleinen Boutique-Schiffen gibt es  – logisch! –  nur Ocean-View Suiten, ein persönlicher Butler umsorgt die zahlungskräftigen Gäste. Doch längst haben Kreuzfahrten den Touch der betuchten «Rentnerschaukeln» verloren. All-inclusive-Angebote machen eine Kreuzfahrt auch für Familien und junge Pärchen attraktiv.

Themenkreuzfahrten
Um im heiss umkämpften Kreuzfahrtmarkt Landratten aufs Schiff zu locken, bieten die Redereien vermehrt Themenkreuzfahrten an. Seit Jahren beliebt sind Musik-Fahrten, bei denen Stars, Sternchen und klassische Orchester für den nötigen Schwung sorgen. Die Palette reicht vom «Musikantenstadl» (Juni 2015) bis zur «Heavy Metal Cruise» (August 2015).

Neben Fitness-, Wellness, Golf- und Fussballreisen sind Gourmetkreuzfahrten sehr beliebt. Hier zaubern Sterneköche exklusive Menüs und geben Kochkurse. So zum Beispiel auf der Themenreise «Mediterrane Weine und Speisen» auf der «Sea­bourn Sojourn» (April 2015), wo man den Chefs beim Kochen und beim Einkaufen auf lokalen Märkten zusehen kann.

Kreuzfahrten extrem
Die Königsdisziplin der Kreuzfahrten ist eine Weltreise zu allen fünf Kontinenten. Für die luxu­riösen Weltumrundungen zu den schönsten Zielen der Welt braucht man vor allem Zeit: Die Weltreise auf der «Queen Mary 2» dauert 120 Tage. Los gehts in Southampton Richtung Westen, an Nord und Südamerika vorbei, durch die Karibik, nach Polynesien, Australien, über Asien und Afrika zurück nach England. Natürlich kostet eine Weltumrundung etwas Kleingeld: Preise ab 19 600 Franken.

Die Traditionsreederei Hapag-Lloyd Kreuzfahrten hat sich unter anderem auch auf abenteuerliche Expeditionen spezialisiert (siehe Interview unten). Das Highlight eines jeden Kapitäns ist die Nordostpassage, die Europa über die russische Nord­küste mit Asien verbindet. Sie gehört zu den schwierigsten Seewegen. Das Fünfsterne-Expeditionsschiff MS Hanseatic hat im August 2014 als erstes nicht-russisches Schiff die Nordostpassage in 28 Tagen durchquert – eine Sensation. Im August 2016 steht eine neuerliche Reise auf dem Programm. Rechtzeitig reservieren, es gibt nur 175 Plätze!

Flusskreuzfahrten
Gemächlich gleitet das Schiff die Donau entlang. Mittelalterliche Dörfer ziehen vorbei, Kloster Stift Melk grüsst vom Hügel, während man auf Deck im Whirlpool liegt. Flusskreuzfahrten bieten einen besonderen Blick auf eine Region. Auf einer Flusskreuzfahrt erlebt der Reisende dieselbe Angebotspalette wie auf den grossen Schwestern, den Ozeandampfern. Die Flussreise wird durch tägliche Ausflugsprogramme sowie Themen- und Aktivreisen ergänzt. Besonders beliebt ist die Kombination von Veloferien und Flussfahrt entlang europäischer Gewässer. Der neuste Renner sind Golf-Kreuzfahrten. Das Reisebüro Mittelthurgau etwa bietet auf seinen eigenen Excellence-Schiffen Reisen zu den schönsten Golfplätzen Europas an. Begleitet werden die Touren von Golfexperten. Möglich auf der Donau, der Seine, der Rhone und weiteren Flüssen.

Unter Wind und Segel
Seefahrerromantik kombiniert mit modernem Luxus: Star Clippers besitzt mit dem «Royal Clipper» das grösste Segelschiff der Welt. Der Fünfmaster bietet Platz für 227 Passagiere und ist mit Sauna, Spa, Pool und Bibliothek ausgestattet. Auch wenn man sich auf dem Holzschliff wie ein König fühlt, ist das Leben auf dem «Royal Clipper» und den Schwesterschiffen «Star Clipper» und «Star Flyer» leger. Angeboten werden Touren im Mittelmeer und der Karibik.

Die Schmucklosen
Kreuzfahrten gibt es auch in der Basic-Variante, ohne Schnickschnack und unnötigem Luxus. Steigender Beliebtheit erfreuen sich Überfahrten mit einem Frachter. Solche Schiffe bieten nur sehr wenig Platz für Passagiere und verzichten auf Unterhaltungsprogramme. Zudem ist die Kommunikation mit den

ausländischen Matrosen wegen Sprachbarrieren oft nur eingeschränkt möglich. Das bedeutet: viel Zeit für sich, mehrere Bücher und eigene Gedanken.

Infos unter
www.silversea.com
www.hl-kreuzfahrten.de
www.musikantenstadl.tv
www.tuicruises.com
de.seabourn.com
www.cunardline.ch
www.mittelthurgau.ch
www.globoship.ch

Publiziert am 01.04.2015 | Aktualisiert am 04.01.2017

Kreuzfahrt-News

Zu Eisbären und Pinguinen
Die Hurtigruten sind vor allem berühmt für ihre Fahrten entlang der norwegischen Küste. Die Postschiffe sind Frachter, Personenfähre und Kreuzfahrtschiff zugleich. Weniger bekannt ist, dass die Hurtigruten mit ­ihrem Schiff «MS Fram» auch ­Expeditionen zum Nord- und Südpol unternehmen. Auf dem überschaubaren Schiff mit nur 127 Kabinen sorgen grosse Panoramafenster dafür, dass man kein Highlight verpasst. Ein Team erfahrener Expeditions­leiter und Eisforscher geben ­vertiefende Informationen zum Leben im Eis. Sauna, Whirlpool und Fitnessraum ergänzen das Angebot.  www.glur.ch

Kreuzfahrt-Jubiläum
Die «Sea Pearl» ist eines der ­ältesten Segel-Kreuzfahrtschiffe der Welt, das noch regelmässig mit Passagieren an Bord ablegt. 1915 in den Niederlanden für den Fischfang gebaut, kreuzt der Zweimastschoner jetzt durch die Inselwelt der ­Seychellen. In diesem Jahr feiert die Reederei Silhouette Cruises das 100-jährige Jubiläum der «Sea Pearl» deshalb mit zwei Routenvarianten: Sieben oder acht Tage an Bord des traditionellen Seglers stehen dabei für Natur, Romantik und vielfältige Wassersportmöglichkeiten.  www.seychelles-cruises.com

Sonne, Sand und Salsa
Kuba ist die neue Trenddestination in der Karibik. Die Segelschiff-Flotte von Star Clippers läuft daher erstmalig auch ­Havanna an. Neu ist auch eine fünftägige Kuba-Kreuzfahrt, die mit einem erweiterten Vor- oder Nachprogramm ergänzt werden kann. Insgesamt bietet Star Clippers in der Wintersaison 2015/16 insgesamt zwölf ­Karibiktouren an. Bis Ende April können Passagiere von Frühbuchervorteilen von bis zu 20 Prozent profitieren.  www.starclippers.com

Jamie Oliver auf See
Der englische Starkoch Jamie Oliver brutzelt seine bekannten Gerichte nun auch auf hoher See. Auf den Dampfern «Quantum of the Seas» und der brandneuen «Anthem of the Seas» der ­Reederei Royal Caribbean gibt es erstmals Ableger der Restaurants «Jamie’s Italian». Doch das ist nicht die einzige Besonderheit der luxuriösen Megaliner. Die ausfahrbare Kapsel North Star bringt Passagiere für einen Rundumblick auf 90 Meter Höhe, ein Fallschirmsprung-Simulator ermöglicht das Fliegen, und im Multifunktionsraum sausen Autoscooter herum. Wer nur eine Innenkabine ergattert hat, fühlt sich bei einem virtuellen Balkon wie auf dem Sonnendeck.  www.royalcaribbean.ch

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«Ich brauche freien Horizont und Salzluft»

Der Engadiner Kapitän Roman Obrist leitet Expeditionsfahrten auf der MS ­Bremen von Hapag-Lloyd Kreuzfahrten in die Grenzregionen dieser Welt. Ein ­Gespräch über Eisberge, freien Horizont und herzige Pinguine.

Herr Obrist, Sie sind im gebirgigen Engadin aufgewachsen. Wie kamen Sie auf die Idee, ausgerechnet Kapitän zu werden?
Roman Obrist: Ich wollte schon als Kind Kapitän werden. Wahrscheinlich faszinierten mich die Schiffe und das Meer auf Reisen mit meinen Eltern nach Italien.

Vermissen Sie manchmal die heimatlichen Berge?
Das Engadin und die Berge ab und zu mal zu sehen, ist schön; es würde mir aber schwerfallen, wieder dort zu leben. Ich brauche freien Horizont und Salzluft.

Sie sind kein klassischer Kreuzfahrtkapitän geworden, sondern führen Gäste auf der MS Bremen in abenteuerliche Regionen dieser Welt. Wie kam es dazu?
Nach meiner Ausbildung zum technischen und nautischen Schiffsoffizier arbeitete ich auf Container- und Kühlcontainerschiffen. Im Jahr 1999 hatte ich den Wunsch, Pinguine zu sehen, und so kam ich zur Expeditionsfahrt. 

Pinguine gaben den Ausschlag?
Unter anderem, ja. Vor einigen Hunderttausend Pinguinen in Südgeorgien zu stehen, ist ein sehr eindrückliches Erlebnis.

Was fasziniert Sie ausserdem am Beruf Expeditionskapitän?
Unsere Reisen führen uns in die Polregionen, in den Amazonas, nach Polynesien, Kamtschatka oder auf abgelegene Inseln irgendwo im Ozean. Es ist dieser Wechsel, der mich fasziniert und mich immer wieder dazu zwingt, mich anzupassen, flexibel zu sein. Oftmals steuern wir Destinationen an, die man noch nicht kennt. Dies führt zu einer stetigen Auseinandersetzung mit der Geografie, dem Wetter, den Behörden. Es kommt dabei kaum Routine auf. 

Klingt sehr aufregend ...
Ist es auch! Zudem kommt man auf diesen Routen in Regionen unserer Welt, die noch nicht vom Tourismus überrollt wurden. Wo Bräuche und Kulturen existieren, die man sonst nur aus Dokumentarfilmen kennt.

Die Routen führen Sie auch in die Polregionen. Sind Eisberge nicht eine grosse Gefahr für die Schiffe?
Nein, eigentlich nicht. Dank moderner Navigationsgeräte wie Radar, Nachtsichtgeräten oder Wärmebildkameras ist die Gefahr, mit einem Eisberg zu kollidieren, gering. Gefährlicher sind kleinere Eisstücke, die mehrere Tonnen schwer sein können und nur wenig über die Wasseroberfläche herausragen. Je nach Grösse und Form können diese Growlers insbesondere einem nicht eisverstärkten Schiff gefährlich werden

Dennoch ist eine Eisexpedition ­keine Spazierfahrt, oder?
Das stimmt, eine Eisfahrt beinhaltet viele Besonderheiten, mit denen sich die Schiffsführung vertraut machen muss, bevor sie ins Eis fährt. Wichtig ist, sich sehr viele Informationen aus Satelliten­fotos und Wetter- sowie Eiskarten zu besorgen. Nur so findet man eine sichere Route. Eine Eisfahrt ist aber auch eine Erfahrungssache, die oft viel Geduld erfordert. Schliesslich ist eine Reise in die Polarregionen ein bestmöglicher Kompromiss, den man aufgrund der immer wieder wechselnden Umstände suchen muss, um den Passagieren eine sichere und interessante Reise zu bieten.

Bekommt man auf einem Schiff nicht auch mal einen Lagerkoller?
Das ist mir noch nie passiert. Passagiere, Crew und Fahrtgebiet wechseln ja immer, und so kommt neuer Wind in den Alltag. Wichtig auf Expeditionsreisen mit wenigen Landgangmöglichkeiten sind der Zusammenhalt und die gute Stimmung unter der Besatzung.

Sie leben monatelang auf dem Schiff. Wie ist das mit einem Familienleben zu vereinbaren?
Meine Frau und ich haben uns entsprechend eingespielt und geniessen sowohl die Zeit zusammen als auch die Möglichkeit, dass jeder sich intensiv seinem Traumberuf widmen kann. Meine Einsatzzeiten an Bord betragen zwischen zweieinhalb und dreieinhalb Monaten, gefolgt von etwa der gleichen Ferienzeit an Land. Dies ermöglicht, viel zusammen zu erleben.

Wenn Sie nicht Kapitän geworden wären ...
Kapitän zu werden, ist genau das, was ich immer wollte, und deshalb habe ich nie ernsthaft über Alternativen nachgedacht.

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2 Kommentare
  • uli  folly aus Genève
    01.04.2015
    Das ist alles gut und recht,mir haben Leute die auf deutschen Schiffen Urlaub machten gesagt,das Essen sei nicht gut, und nicht vergleichbar mit Amerikanischen Schiffen oder Internationalem standart.Meine Aufassung,wenn das Essen nicht gut ist,its der Urlaub auch im Wasser.
    • Beat  Fahrni 01.04.2015
      Da muss ich widersprechen.
      Ich habe als Schweizer schon 8x auf AIDA, also einem deutschen Schiff, meine Ferien verbracht.
      Das Essen, das Ambiente und die Freundlichkeit waren super.
      Wobei Sie recht damit haben, wenn das Essen nicht gut ist, ist der Urlaub im Wasser.