Laos Fauler Zauber

  • Aktualisiert am 14.01.2012
  • Von Claudius Wirz

In Luang Prabang muss man keine Angst haben, etwas zu verpassen. Denn am schönsten ist es, einfach nichts zu tun.

Wer vibrierende Aktivität sucht, ist hier fehl am Platz. Kaum eine andere Stadt Asiens fühlt sich so entspannt an wie die laotische Königsstadt Luang Prabang. Der Hauptstrasse entlang reiht sich ein Café an das nächste. Die Atmosphäre ist friedvoll und gemütlich. Menschen sitzen in Korbstühlen auf dem Trottoir, lesen Zeitung, trinken Kaffee. Wer durch die Innenstadt schlendert, wähnt sich in einem französischen Landstädtchen, wären da nicht die buddhistischen Tempel mit den typisch geschwungenen Dächern und die Mönche in ihren leuchtend orangen Gewändern.

Luang Prabang wurde bis Mitte des 20. Jahrhunderts stark von den kulturellen Einflüssen der Kolonialmacht Frankreich geprägt, was zu einer einzigartigen Mischung von asiatischem und europäischem Lebensstil führte. Die französische Kolonialarchitektur sowie die über 30 buddhistischen Klöster und Tempel stehen heute unter Denkmalschutz und gehören zum Unesco-Weltkulturerbe.

Yoga, Massage, Spa – Entspannung pur

Als Jean-Pierre Dovat das erste Mal im Bug eines Mekong-Flusskreuzers stehend in Luang Prabang eintraf, wusste der Schweizer Architekt und Designer sofort, dass er hierher zurückkehren würde. Seit fünf Jahren lebt er nun vor Ort und führt mich begeistert durch ein 14 Hektar grosses Stück grüner Wildnis direkt am Mekong.
Auf dem ehemaligen Tiger- und Elefanten-Jagdrevier der letzten laotischen Königsfamilie soll in den nächsten Jahren eine Art Zentrum für Kontemplation entstehen. Neben einem botanischen Garten mit Bambus-Wäldern und Seen, medizinischen Pflanzen und einem Skulpturengarten mit Schmetterlingsfarm und Orchideenzucht, soll es hier auch eine Yoga-Halle, eine Massage-Schule für Einheimische, ein Spa und ein kleines Hotel geben.

Luang Prabang bietet sich an für Entschleunigung. Bereits beim Anflug über die bewaldeten Hügel und den breiten, braunen, sich windenden Fluss scheint man in eine andere Welt einzutauchen. Die Ungezwungenheit und Langsamkeit der Laoten geht auf den Besucher über. Natürlich könnte man die Tempel besichtigen, zur berühmten Pak Ou Buddha-Höhle schippern oder zum eindrücklichen Kuang Si-Wasserfall fahren. Aber eigentlich gibt es in Luang Prabang nichts Schöneres, als in einem Strassencafé am Mekong zu sitzen und auf den majestätischen Strom zu schauen.

Reise-Infos

Hinkommen: Luft- und Wasserweg
Beste Reisezeit ist von November bis April. Die direkteste Anreisevariante führt über Bangkok. Ab dort fliegen Bangkok Airways und Lao Airlines täglich nach Luang Prabang. Lohnend ist auch die zweitägige Anfahrt von Nordthailand per Schiff auf dem Mekong. Schweizer brauchen für einen Aufenthalt in Laos bis 14 Tage kein Visum.
www.bangkokair.com
www.laoairlines.com

Schlafen: Im Tropengarten
La Résidence Phou Vao, das beste Haus am Platz, liegt etwas oberhalb der Stadt in einem tropischen Garten. Im ganzen Anwesen werden nachts Hunderte Kerzchen entzündet. Das Frühstück wird bei klassischer Musik am Pool serviert. Entspannung findet man im ausgezeichneten hoteleigenen Spa.
www.laresidencephouvao.com

Essen: Laotisch à la française
Auf der lauschigen Terrasse unter Bäumen sitzend, geniesst man beim jungen Chefkoch Sebastien Rubies im Restaurant «Les 3 Nagas» klassische laotische
Küche mit einem fran¬zösischen Twist.
www.3nagas.com

Entdecken: Velotour
Mieten Sie sich für knapp zwei Franken pro Stunde ein Velo und entdecken Sie beim Radeln das Städtchen am Mekong.

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