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Vanille, Zimt und Nelken, exotische Früchte und Gemüse: Ein Markt auf Sansibar ist ein Fest für alle Sinne. (Franz-Marc Frei / Corbis)
«Spice Island» wird Sansibar von Einheimischen und Touristen liebevoll genannt. Auch heute noch duftet es an vielen Orten verführerisch nach Vanille, Zimt und Nelken. Die Gewürze sind das Exportprodukt, mit dem der Archipel bereits seit dem 19. Jahrhundert handelt.
1818 wurde die Gewürznelke von osmanischen Sultanen auf der Insel eingeführt. Das tropische Eiland bot mit seinem fruchtbaren Boden besonders an der Westküste ideale Bedingungen für den Anbau. Sansibar wurde weltweit zum grössten Gewürznelken-Produzenten. Danach wurden auch Zimt, Kardamom und Ingwer eingeführt und auf den Plantagen angebaut.
Gewisse Gewürze und Kräuter dienten damals wie heute nur als Geschmacksverstärker, andere wirken als klassische Helfer in der Naturmedizin. Der Gewürzhandel besitzt längst nicht mehr die ökonomische Bedeutung von damals – viele Farmen haben den Tourismus als Haupteinnahmequelle entdeckt.
Die Tradition des Gewürzanbaus ging trotzdem nicht verloren. Noch immer werden auf den Gewürzfarmen die meisten Arbeiten wie zu Zeiten des Sultans von Hand erledigt. Junge Erntehelfer klettern ungemein flink auf die Bäume, um Früchte und Gewürze zu pflücken. Zur Erntezeit sind wie früher ganze Dörfer mit dem Einbringen, Sortieren und Trocknen beschäftigt – ein einmaliges Spektakel.