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Das Badezimmer schmutzig, das Frühstück ein Graus, am Strand dröhnende Baumaschinen: Wer in den Ferien schon mal solche Erfahrungen gemacht hat, informiert sich vor der nächsten Buchung lieber auf Internetportalen. Und zwar nicht über das Eigenlob der Reiseanbieter, sondern über Bewertungen, die frühere Gäste darüber abgegeben haben.
Neben überschäumendem Lob («das beste Hotel») findet sich auf diesen Internetseiten viel Kritik. Etwa zu einem Hotel am Montmartre in Paris steht auf www.tripadvisor.de, es sei zwar schön gelegen, alles andere lasse zu wünschen übrig: das Frühstück, das unfreundliche Personal – und auch, dass die Reisegruppe nach dem Aufenthalt «mit Milbenbissen übersät war».
Kritikerzahl boomt
Hauptkritikpunkte von Schweizer Hotelgästen sind Mängel beim Frühstück und bei den sanitären Einrichtungen. «Ein italienisches Frühstück mit Espresso und nur Panini genügt ihnen nicht», so Roland Zeller (41), Chef von www.travel.ch. Die Beurteilungsportale finanzieren sich über den Verkauf von Reisen. Und sie boomen. Die Einträge bei Holidaycheck in Bottighofen TG nehmen jährlich um rund 40 Prozent zu. Für diesen Sommer rechnet CEO Jörg Trouvain (44) mit 160000 weiteren Bewertungen – 45000 mehr als 2009: «Gerade in der Wirtschaftskrise sind Erfahrungsberichte über Hotels vor einem Entscheid wichtig.»
Travel.ch schreibt Reisende nach den Ferien an und bittet um ihr Urteil. 43 Prozent machen mit, sagt Zeller. So sei sicher, dass die Kritiker tatsächlich Gäste des beschriebenen Hotels waren. Bei «offenen» Systemen wie Holidaycheck oder Tripadvisor sei dies nicht immer sicher.
Versuche, falsche Bewertungen zu veröffentlichen, würden durch einen Qualitätscheck verhindert, versichert Trouvain von Holidaycheck. 100-prozentig sicher vor Fälschungen sei man aber nicht.