Unterwegs in Brasilien Sonne, Samba und Stabhochsprung

Rio de Janeiro ist 2016 das Zentrum der Welt: Im August finden unter dem Zuckerhut die Olympischen Sommerspiele statt. Zeit, Samba, Sonne und die brasilianische Lebensfreude zu geniessen.

Warum Sie nach Rio de Janeiro fahren müssen? Unsere Reisetipps play

Ob mit oder ohne Olympische Spiele eine Reise wert: Rio de Janeiro.

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Auch in diesem Jahr ist Samba keine olympische Disziplin. Schade eigentlich. Brasiliens Nationaltanz mit dem rekordverdächtigen Hüftschwung hätte perfekt zu den 31. Olympischen Sommerspielen gepasst, denn vom 5. bis 21. August findet das wichtigste Sportevent der Welt in Rio de Janeiro statt. 10'500 Athleten aus 206 Ländern (neuer Rekord!) kämpfen dann unter der tropisch-warmen Sonne Rios um Medaillen und ewigen Ruhm – und überlassen den Samba-Wettstreit den grossen Sambaschulen am Karneval.

Natürlich hat sich die 6,5-Millionen-Metropole für die Olympischen Spiele (die ersten in Südamerika) viel vorgenommen: Die Wasserqualität an den Stränden soll verbessert werden, Sportanlagen und Wohnhäuser werden hochgezogen und eine neue Metrolinie wird gebaut. Das 9-Milliarden-Dollar-Facelifting soll auch nach den Wettkämpfen der Stadt eine verbesserte Infrastruktur und steigende Touristenzahlen bescheren, so versprechen es die Organisatoren. Ob die Pläne aufgehen, bleibt abzuwarten.

Eines ist jedoch klar: Rio ist die Top-City-Destination des Jahres – auch ausserhalb des zweiwöchigen Olympia-Traums. Natürlich leidet die Millionenmetropole wie viele Grossstädte unter den Abscheulichkeiten moderner Stadtplanung, doch allein ihr atemberaubendes Setting lässt selbst hartgesottene Kritiker schwärmen. Der Mix aus goldenen Stadtstränden und knubbeligen Tropenbergen hat der Stadt an der Guanabara-Bucht den Beinamen «Cidade Maravilhosa», die wunderbare Stadt, verliehen.

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Ein Muss: der Abstecher zur Copacabana.

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Besucher berauschen sich allerdings nicht nur an der einzigartigen Naturkulisse, sondern vor allem an der sprichwörtlichen Lebensfreude der Cariocas, den Einwohnern Rio de Janeiros, die nicht nur am Karneval zutage tritt. An den legendären Stränden der Copacabana und Ipanema herrscht jeden Tag Sonntag, heisst es. Das ist nicht übertrieben.

Auch in der derzeitigen Wirtschaftskrise, welche die Reallöhne stetig schrumpfen lässt, halten die Cariocas an ihrem Optimismus fest und geniessen das Leben in vollen Zügen. Da passt auch das Motto der Olympischen Spiele perfekt: «Viva Sua Paixão» – Lebe deine Leidenschaft! Eines ist sicher: Diese olympischen Wettkämpfe werden eine heisse Party, so knallbunt wie ein Sambazug am Karneval eben.

Das dürfen Sie nicht verpassen

Cristo Redentor Die gigantische, 38 Meter hohe Christusstatue auf dem Kegelberg Corcovado (710 Meter hoch) ist DAS Wahrzeichen Rio de Janeiros. Der Blick von hier ist einmalig. Am Nachmittag kann man von hier die besten Bilder knipsen.

Zuckerhut Der auffälligste Berg der hügeligen Küste ist der 396 Meter hohe Pão de Açúcar, der Zuckerhut. Hoch geht es mit einer Seilbahn. Den besten Foto-Schuss gibts am Vormittag oder zum Sonnenuntergang.

Strände Keine Stadt der Welt hat so legendäre City-Strände wie Rio de Janeiro. Der 4 Kilometer lange Strand «Copacabana» gilt als das wohl heisseste Planschbecken der Welt. Wer Glück hat, trifft dort vielleicht eines der brasilianischen Supermodels, Alessandra Ambrosio oder Gisele Bündchen. Hier können Frau und Mann an ihrem Teint arbeiten, mit den Cariocas Beach-Fussball spielen oder einen Caipirinha schlürfen. Der Strand von Ipanema ist etwas weniger touristisch, der Praia de Leblon ist vor allem bei Familien beliebt.

Santa Teresa Das Viertel Santa Teresa, auf einem kleinen Hügel gelegen, ist mit seinem Kopfsteinpflaster, seinem kolonialen Flair und den traditionsreichen gelben Trams der malerischste Winkel Rios. Hier gibt es viele Cafés und Kunsthandwerksläden, die zum Flanieren einladen.

Lapa Im hippen Viertel heisst das Motto: Tanzen unterm Viadukt. Rund um das auffällige Bauwerk hat sich eine vibrierende Nightlife-Szene mit vielen Samba- und Musiklokalen etabliert. Hier befindet sich auch die farbenfrohe, mit 2000 Fliesen geschmückte Treppe Escadaria do Selaron (cooler Foto-Spot).

Samba tanzen Klar, in der Sambahauptstadt der Welt muss man auch mal den sexy Tanz wagen. In der Tanzschule «Rio Samba Dancers » kann man beim Crashkurs die wichtigsten Moves erlernen und anschliessend mit den Englisch sprechenden Tanzlehrern eine Tour durch einige Sambaclubs machen. www.riosambadancer.com

Botanischer Garten Wer es auf seinem Brasilien-Trip nicht in den Amazonas schafft, kann im Jardim Botânico einen Hauch Urwald und Tropengefühl erleben.

Eine Favela besuchen Eine Favela, ein Armenviertel, kann schwerlich als Highlight bezeichnet werden. Dennoch gehören die überbevölkerten, mit Ziegelhäuschen vollgestopften Wohnviertel zum Stadtbild Rios. In den etwa 950 Favelas leben derzeit 20 Prozent von Rios Bevölkerung. Seit 2008 befriedet die Polizei die einst gefährlichen Gebiete, sodass sich die Lebensbedingungen in manchen Favelas deutlich gebessert haben. Wer nicht nur Rios Glitzerfassade erleben möchte, kann mit «Favela Tours» das Stadtviertel Rocinha besuchen. www.favelatour.com.br

Parque Nacional da Floresta da Tijuca Der Nationalpark ist der grösste städtische Regenwald der Welt. Hier kann man sich von den Hochhausfluchten der Millionenstadt erholen und mit Glück Affen und Faultiere sehen.

 

Hier finden die Olympischen Spiele statt

Die Olympischen Spiele werden in vier Gebieten, die im gesamten Stadtgebiet verteilt sind, ausgetragen.

› Herzstück ist der neu gebaute Olympiapark im Stadtteil Barra da Tijuca, etwa 10 Kilometer südwestlich des Stadtzentrums. Hier werden unter anderem die Wettkämpfe im Kunstturnen, Schwimmen und Tennis ausgetragen.

› In der Region Maracanã finden im berühmten Maracanã-Stadion (Final Fussball-WM 2014) die Eröffnungs- und Schlussfeierlichkeiten und im Olympiastadion die Leichtathletik-Competitions statt. Auch das Sambódromo, wo jährlich der Karneval stattfindet, wird für die Spiele genutzt: Hier befindet sich der Zieleinlauf für den Marathon.

› Im nördlichen Gebiet Deodoro entstehen Anlagen für Pferdesport, Hockey und modernen Fünfkampf.

› Beliebtester Spot für Olympiatouristen wird das berühmte Viertel Copacabana sein. Am bekannten Strand tragen die Beachvolleyballer ihre Wettbewerbe aus, auf dem Wasser gibt es Segeln zu bewundern. Und in der Lagune Lago Rodrigo treffen sich die Ruderer und Kanufahrer.

Reiseinformationen

Gesundheit Derzeit grassiert das Zika-Virus in Lateinamerika. Viele Fragen zu der von der Gelbfieber-Mücke übertragenen Krankheit sind noch ungeklärt. Es scheint aber einen Zusammenhang zwischen dem Virus und Fehlbildungen bei den Köpfen Neugeborener zu geben. Schwangere, die nach Lateinamerika reisen wollen, sollten sich daher unbedingt mit ihrem Arzt beraten. Zudem besteht der Verdacht, dass das Virus auch sexuell übertragbar ist. Die WHO empfiehlt Schwangeren daher, nur Safer-Sex zu praktizieren.

Ansonsten verläuft eine Ansteckung mit dem Zika-Virus bei 80% aller Menschen unbemerkt. Symptome ähneln dem einer leichten Erkältung. Generell gilt: Bei Reisen in tropische Gebiete (dazu zählt auch Brasilien) ist eine Beratung mit dem Hausarzt oder einem Tropenspezialisten unererlässlich.

Anreise Neu fliegt Edelweiss Air von Zürich ab April zweimal wöchentlich direkt nach Rio de Janeiro. Mehr Infos: www.flyedelweiss.com

Reisezeit Rio ist das ganze Jahr über angenehm warm, im Nord-Winter (Dez–Feb) kann es sehr heiss werden. Olympische Spiele: 5. bis 21. August.

Geld Die Landeswährung ist der Real. 1 Franken sind etwa 4 Real. Durch den Verfall des Reals ist Brasilien zuletzt deutlich billiger geworden.

Visa Einreise mit Reisepass.

Tickets für die Spiele kaufen Globetrotter ist die offizielle Schweizer Verkaufsstelle für Tickets. Infos: www.globetrotter.ch / www.rio2016.com

 

Ausgehen, Essen, Einkaufen

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Publiziert am 15.02.2016 | Aktualisiert am 30.12.2016
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3 Kommentare
  • Bruno  Gyr 15.02.2016
    Von der hohen Kriminalität in brasilianischen Städten und der Tatsache, dass die Lagune eher eine Kloake mit obenauf schwimmenden Fischen ist, wird aber nichts geschrieben ...
  • Markus  Rüsch aus Rio de Janeiro
    15.02.2016
    PS zur Bildlegende
    das Foto zeigt vor allem den Strand von Leme und ganz weit im Hintergrund den Strandteil von Copacabana
  • Markus  Rüsch aus Rio de Janeiro
    15.02.2016
    eine Favela Tour?
    Soziale Ungleichheit als Touristenattraktion?
    .... na ja, wir Cariocas machen so was einfach nicht!
    esgibt hier genug Schönheit zu bestaunen .....