Zu Besuch im Rätischen Museum Von Berglern und spuckenden Adligen

Die Sonderausstellung «Der Blaue Heinrich. Höhenluft und Liegekur» im Rätischen Museum in Chur erzählt, wie Tuberkulosekranke den beiden Bergdörfern Arosa und Davos zu Weltruhm verhalfen.

Im Rätischen Museum erfahren Besucher viel über die Geschichte des Bündnerlandes. play

Im Rätischen Museum erfahren Besucher viel über die Geschichte des Bündnerlandes.

ZvG

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Unterwegs in Sils Maria GR Zu Besuch beim verrückten Philosophen
2 Im Iglu-Dorf in Gstaad Schlafen wie ein Eskimo
3 Für Familien, Romantiker und Abenteurer Die schönsten...

Reisen

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
16 shares
Fehler
Melden

Spucken, Husten, «Chodere», Würgen: Man kann sich heute kaum vorstellen, wie die Zustände in den Bündner Höhenluft-Sanatorien anfangs des vorigen Jahrhunderts gewesen sein müssen. Zwischen 1870 und 1950 kamen Tausende Tuberkulosekranke zur Höhenkur in die Bündner Bergdörfer Arosa und Davos. Die Bergluft, so glaubte man damals, würde die Kranken auf ihrem Weg zur Heilung unterstützen.

Neue Sonderausstellung

Einen faszinierenden Einblick in diese «Spuck»-Zeit gibt die Sonderausstellung «Der Blaue Heinrich. Höhenluft und Liegekur» im Rätischen Museum in Chur. Sie zeigt Methoden und Erfolge, Missgeschicke und Anekdoten aus der Blütezeit der Bündner Sanatorien. Viele von ihnen sind inzwischen zu Sporthotels umfunktioniert worden. Die «Höhenkur» gilt heute als überholt und wenig wirksam. Aber immerhin hat der knapp 80 Jahre anhaltende Höhenkur-Hype aus den beiden Bergdörfern Arosa und Davos stattliche Alpenstädte mit riesigem touristischem Umsatz gemacht.

Bündner Geschichte

Neben der spuckenden Sonderausstellung erzählt das Rätische Museum auf vier Stockwerken Geschichten über «Macht und Politik», über «Arbeit und Brot» und über «Glaube und Wissen». Archäologieinteressierte finden in der neu gestalteten Ausstellung in der Sektion «Funde und Befunde» seltene Fundstücke aus der Frühzeit menschlicher Zivilisation im heutigen Bündnerland.

Und schliesslich ist alleine schon das 1675 von Freiherr Paul von Buol zu Strassberg und Rietberg erbaute Patrizierhaus, in dem das Museum seit 1872 seinen Hauptsitz hat, einen Besuch wert. Für Kinder hält das Rätische Museum eine besondere Überraschung bereit. Mit dem Museumsschlüssel, den man am Empfang erhält, lassen sich im ganzen Museum versteckte Türchen und Truhen öffnen, in denen spannende Geschichten aus den Bündner Tälern darauf warten, entdeckt zu werden.

Informationen

Anreise
Mit dem Zug bis Chur, ab da in 10 Minuten zu Fuss erreichbar.

Öffnungszeiten
Dienstag bis Sonntag, 10 bis 17 Uhr, Montags geschlossen.

Informationen
www.raetischesmuseum.gr.ch

 

Mehr zum Thema
Publiziert am 22.04.2016 | Aktualisiert am 22.04.2016
teilen
teilen
16 shares
Fehler
Melden