Unterwegs in der Aletsch Arena VS Preisgekrönter Schneespass im Wallis

Zum wiederholten Mal hat sich die Aletsch Arena eine Top-Ten-Platzierung beim «Best Ski Resort»-Award ergattert. Was ist das Erfolgrezept des Skigebiets? Eine Spurensuche.

Die Aletsch Arena bietet einen freien Blick auf 40 Viertausender. play

Die Aletsch Arena bietet einen freien Blick auf 40 Viertausender.

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Es ist einer jener Winter tage, die es seit einigen Jahren gefühlt immer öfter gibt: Im Flachland ist es zu warm und zu grün. Da will keine richtige Schneelust auf kommen. Soll man bei dem Wetter überhaupt die Ski aus dem Keller holen? Oder doch lieber auf die Seychellen düsen? Da passt das Wetter wenigstens zum Gefühl. Nein, natürlich nicht!

Ferien in den verschneiten Schweizer Alpen gehören immer noch zu den schönsten Erlebnissen auf diesem Planeten. Aber der Klimawandel hat die Alpen im Würgegriff. Insbesondere Skigebiete in Mittellagen kämpfen immer öfter mit Schneemangel. Daher wird ein Begriff für den Wintersport immer wichtiger: Schneesicherheit.

Die Aletsch Arena punktet durch Schneesicherheit

Eines dieser schneesicheren Skigebiete ist die Aletsch Arena im Wallis, die am Tag unseres Besuchs wie ein Zuckerguss auf dem grünen Rhonetal sitzt. Und kaum dass wir das erste Knirschen des Schnees hören, ist sie da, die (kindliche) Freude über den Winter. Die Aletsch Arena ist eher ein leiser Ton im Orchester der grossen Schweizer Skigebiete. Dennoch gibt es hier alles, was man für ein paar vergnügte Tage im Schnee benötigt: 104 Kilometer präparierte Pisten (davon 42 Kilometer leicht, 50 Kilometer mittel und 12 schwer), drei Snow- und Funparks, 72 Kilometer Winterwanderwege und einige Loipen für Langläufer.

Kurzum: Die Aletsch Arena ist ein typisches mittelgrosses Skigebiet – und dennoch eroberte man sich einen Top Ten Platz beim neusten «Best Ski Resort»Award (zusammen mit Zermatt, Saas Fee und Adelboden-Lenk). Für die Studie wurden knapp 50'000 Wintersportler im gesamten Alpengebiet über ihre Zufriedenheit befragt. In der Kategorie «Ruhe und Erholung» schafft es das Skigebiet Aletsch Arena am Rande des Unesco-Welterbes Aletschgletscher sogar auf den ersten Platz – europaweit.

Autofreies Skigebiet

Das kommt nicht von ungefähr: Die drei Orte Riederalp, Bettmeralp und Fiescheralp auf der Sonnenseite des Rhonetals sind autofrei, ausser dem Mülllaster, der per Seilbahn in die Höhe gewuchtet wird, darf hier kein Auto unterwegs sein. Nebst ein paar Snowmobilen sausen hier nur Ski und Schlitten durch die Orte. Von der Ferienwohnung geht es direkt auf die Piste oder zum Shoppen. Das verleiht den Orten eine an genehme Ruhe. Ideal für alle, die neben Schneefun auch ein wenig Chillout suchen.

 

Verdiente Pause nach ein paar Stunden im Schnee. play

Verdiente Pause nach ein paar Stunden im Schnee.

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Die drei Orte haben, trotz des Ausbaus für den Tourismus, noch einen gemütlichen Charme behalten. Den Grossteil der 15 000 Gästebetten generieren Ferienwohnungen und nicht wie vielerorts Hotelkomplexe. Keine Autos und kurze Wege sind weitere Pluspunkte. Zudem ist die Aletsch Arena als Feriendestination besonders für Familien interessant. Viele Angebote für kleine Schneesportler haben der Aletsch Arena die offizielle Bezeichnung «Familien will kommen» von Schweiz Tourismus eingebracht.

Innovationspreis für Barrierefreiheit

Auch auf ein weiteres Label, dem man als «normaler» Gast kaum Beachtung schenkt, ist man hier besonders stolz: 2014 verlieh die Deutsche Stiftung Querschnittlähmung ihren Innovationspreis erstmalig nicht an Personen, sondern an eine Feriendestination. Ausgezeichnet wurde die konsequente und gute Umsetzung der Barrierefreiheit des Gebiets. Von den Zufahrten zu den Liften bis zum Aussichtspunkt Eggishorn auf 2869 Metern ist die gesamte Infrastruktur für die Bedürfnisse von Menschen im Rollstuhl aus gelegt. «Wir wollen, dass auch Menschen mit einer Einschränkung die Natur des Unesco Welterbes erleben können», er klärt Monika König-Gottsponer von der Aletsch Arena.

Doch nicht nur beim Sightseeing wird hier an Menschen mit Behinderung gedacht, sondern auch beim Schneesport. Als wir uns bei der Skischule Riederalp über Wintersportan gebote erkundigen, treffen wir Doris Peyer. Die 58Jährige sitzt seit einer Bandscheibenoperation im Jahr 1993 im Rollstuhl. Dennoch bucht sich lachend ihre nächsten Skiferien. Wie das?

Doris Peyer (58) bekam neue Lebenfreude durch das Schnee-Erlebnis auf einem Dualski. play

Doris Peyer (58) bekam neue Lebenfreude durch das Schnee-Erlebnis auf einem Dualski.

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Seit nunmehr 20 Jahren bietet Willy Kummer, Leiter der Skischule, individuelle Erlebnisse für Menschen mit Behinderung an. «Nach meiner Operation war ich 15 Jahre lang nicht mehr in den Bergen. 2008 wagte ich mich dann wieder auf die Riederalp.» Dort entdeckte die einstige Skifahrerin den sogenannten «Dualski» – vereinfacht gesagt: Ein Stuhl auf Skiern, der von einem ausgebildeten Skilehrer geführt wird.

«Das war die pure Freude», so Peyer über ihr erstes Schneeerlebnis nach einer langen Pause. «Endlich habe ich mich wieder vollständig frei gefühlt.»

Blick auf 40 Viertausender

Eine vage Ahnung von diesem Freiheitsgefühl bekommen wir zum Abschluss unseres Besuchs auf dem Aussichtspunkt Mossfluh (2227 Meter). Hinter uns quetscht sich der grosse Aletschgletscher durchs Tal, vor uns blecken etwa 40 Viertausender ihre schneeweissen Zähne. Auch das Matterhorn zeigt sich in bestem Licht. Die beiden Schweizer Naturhighlights auf einen Blick. Gewaltig! «Für Glück und Freiheit gibt es keine Pillen», sagt Peyer. Stimmt, dafür gibts schliesslich die Aussicht auf die Schweizer Alpen.

Das gibt es Neues

Der Welt den Stempel aufdrücken

Der schönste Moment in den Bergen sind die Morgenstunden, wenn die frisch präparierten Pisten noch unberührt sind. Neu haben Skifahrer beim First-Track-Angebot das Privileg, die erste Skispur in den jungfräulichen Schnee zu ziehen. Abgerundet wird das Erlebnis mit dem Sonnenaufgang auf dem Eggishorn. Jeweils diens tags, 40 Franken Erwachsene, 25 Franken Kinder.

Gletscherwelt 2.0

Die Gletscherwelt auf dem Bettmerhorn ist eine Multimedia-Ausstellung, die sich den Geheimnissen des 23 Kilometer langen Aletschgletschers widmet. Zur Wintersaison wurde die Schau um neue Elemente erweitert. So zeigt die sich verändernde Eiswand mitsamt Oberflächenstruktur des Gletschers und ihrer faszinierenden Transformationen. Gut zu wissen: Anfassen erlaubt!

Fun-Parcours auf der Fiescheralp

Neu ist ein Fun-Parcours für die ganze Familie auf der Fiescheralp. Hier haben Klein und Gross, An- fänger bis Fortgeschrittene die Möglichkeit, sich bei Tunnels, Bodenwellen und Sprungschanzen im Schnee zu vergnügen.

Grosses Winteropening

Die grosse Party zur Saisoneröff-nung steigt am 17. Dezember auf der Bettmeralp. Mit dem Slogan «This is a show, not a concert» spielen bekannte Musik-Acts auf. Dieses Jahr mit dabei sind die Spyder Mur-phy Gang und die Powerkryner. Die Party steigt ab 20 Uhr – Ende offen. Eintritt: 25 Franken (Vorkasse).

Wintersaison

Ab dem 8. Dezember durchgehend im gesamten Skigebiet geöffnet. Tageskarte Erwachsene: ab 56 Franken (Hauptsaison). www.aletscharena.ch

Publiziert am 20.12.2016 | Aktualisiert am 20.12.2016
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