Isenthal: Unterwegs zur Urner Mundart Hier wird das Wandern zur Fortbildung

Im abgelegenen Isenthal lässt sichs wunderschön Wandern. Neuerdings kann man dabei sogar die einzigartige Urner Mundart kennenlernen.

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Eine wunderschöne Idylle: Isenthal.

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Lange war das Urner Isenthal von der Aussenwelt praktisch abgeschlossen. Zwischen den schroffen Felsen und den saftigen Matten haben sich Traditionen wie etwa das Wildheuen gebildet, die Aussenstehenden oft gar schräg vorkommen. Eines der kurligsten und wohl schönsten Übrigbleibsel der langen Isolation des Isenthals ist der wunderschöne Urnerdialekt, der hier nach wie vor gepflegt wird. Neuerdings kann man den Dialekt der «Hiäsigä» (der Einheimischen) jetzt auch auf einem Wanderrundgang erleben.

Neuheit: der Urner Mundartweg

Der Urner Mundartweg zeigt an 13 Stationen die sprachlichen Delikatessen, die sich die Isenthaler über all die Jahrhunderte bewahrt haben. In rund vier Stunden gibts auf dem Mundartweg nicht nur fantastische Ausblicke ins Isenthal und eine Menge heufrischer Alpenluft, sondern auch linguistische Begegnungen der besonderen Art. Wir versprechen: Der Rundgang ist wahnsinnig «scheen», nicht nur wegen der Landschaft, sondern auch wegen der traditionellen «Hüüsere», an denen man hier vorbeiwandert.

Unterwegs mit dem Smartphone im Isenthal

Die rund vierstündige Wanderung ist nicht ganz ohne. Wer die Urner Mundart entspannt erleben will, sollte trittsicher sein und gute Schuhe mitbringen. Dann aber ist das Vergnügen garantiert. Man kann die einzigartigen Urner Wörter nämlich nicht nur auf den Mundart-Steinen lesen, sondern sie selbstverständlich auch über die angebrachten QR-Codes abhören. Dazu brauchts nur ein Smartphone mit Internetempfang. Den besten Empfang im Isenthal bietet Swisscom. Die anderen Anbieter haben zuweilen Mühe, ihre digitalen Wellen ins einsame Tal schwappen zu lassen.

Die Crux der Sache: Die Anreise erfordert einiges an Organisationstalent. Ganz einfach zugänglich ist der Urner Mundartweg nämlich nicht. So kommen Sie aber problemlos am Ziel an: Mit dem Postauto ab Altdorf ins Dorf Isenthal fahren. Dann der Grosstalstrasse folgen bis zum Wegweiser «Wyssig – Furggelen» (Alternative kann man mit der Seilbahn ab Wyssig hoch zum Weiler Furggelen fahren). Dem Wanderweg für eine gute Stunde folgen bis zum Weiler Furggelen. Dort beginnt der Urner Mundartweg mit 13 Stationen. Ziel ist die «Obere Bärchi», von wo aus eine Seilbahn wieder talwärts führt.

Gut zu wissen

Anreise

Mit dem Zug bis nach Altdorf (UR), von da mit dem Bus nach Isenthal.

Anforderungen

Wer den Urner Mundartweg ablaufen möchte, sollte rund 4 Stunden einrechnen, gute Schuhe mitbringen und trittsicher sein (Abstieg über eine drei Meter hohe Leiter).

Informationen

www.isenthal.ch
www.urnerwanderplaner.ch

 

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Publiziert am 19.08.2016 | Aktualisiert am 23.08.2016
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3 Kommentare
  • Remo  Albrecht aus Höri
    20.08.2016
    Sehr gute Idee, werde ich mal besuchen.
    Vor einiger Zeit gab es einen Bericht über ein Buch des Schaffhauser Dialektes und seine Ausdrücke. Stolz sei man, dass es über 200 Ausdrücke für betrunken sein gebe. Musste aber erstaunt feststellen, dass es Ausdrücke sind, die auch anderswo (auch bei uns) vorkommen (en Tirgel ha, Öl am Huet, en Aff, e Bränte im Grind, en Balari, etc). Unsere CH-Sprache lehnt sich noch von allen an die mittelalterliche Sprache an: öpis umefuege = die Fugger = Beruf + Fam.
  • Remo  Albrecht aus Höri
    20.08.2016
    Auch im Züritütsch spricht man vom "Hus" und in der Mehrzahl von "Hüsere", auch vom Baum und von den "Bäumene" etc., leider hat es aber sehr stark abgenommen, dass diese Mehrzahlformen verwendet werden. Ich setze diese Ausdrücke bewusst ein um die Sprache zu erhalten (klar, man kann nichts aufhalten, sonst würden wir noch wie im Mittelalter reden). Würde letzthin gefragt als ich es verwendete, was "schürge" heisst. Da war ich verdutzt, für mich ganz normal (bedeutet etwas am Boden rumstossen).
  • Hans  Scheidegger 19.08.2016
    Die Umsetzung dieser originellen Idee finde ich als gut gelungen. Er wird auch mehr interessierte Gäste ins Isenthal locken. Dieser amüsante Wanderweg erinnert mich an den Appenzeller Witzwanderweg von Walzenhausen über Wolfhalden nach Heiden. Und hier konnte ich während den Jahren, in denen wir im Appenzeller Vorderland wohnten, beobachten, wie dieser auf ein sehr reges Echo stösst. Den gleichen Erfolg wünsche ich den Isenthalern mit ihrem Mundart-Wanderweg.