Andrea Vogel plant sein grösstes Abenteuer 3000 Kilometer zu Fuss durch die Sahara

GRÜSCH GR – Was für ein wilder Hund, dieser Andrea Vogel (50). In der Schweiz bezwang er schon mal am selben Tag elf Viertausender. Jetzt nimmt er sich die Sahara vor – zu Fuss.

  • Publiziert: 31.01.2008, Aktualisiert: 13.01.2012
  • Von Martin Meier
play Andrea Vogel begibt sich auf die legendäre Salzkarawanen-Route von Timbuktu nach Marakesch. (Andrea Vogel)

Es wird ein Höllentrip. Quer durch die grösste Wüste der Welt. Vorbei am heissesten Punkt. Über den höchsten Berg Nordafrikas – den 4167 Meter hohen Jebel Toubkal.

Ausgangspunkt: die Oasenstadt Timbuktu in Mali. Ziel: die Millionenstadt Marrakesch in Marokko.

Dazwischen – 3000 Kilometer Wüste. Oasen, unwegsame Sanddünen, steile Berggipfel. Und Gebiete, die noch nie zuvor ein Weisser betrat.

Das alles will Andrea Vogel schaffen – in nur drei Monaten. Zu Fuss!

Wenn das nur gut geht.

«Das ist mein grösstes Abenteuer», sagt der Extrem-Sportler aus dem bündnerischen Grüsch.

Aber wenns einem gelingt, dann ihm.

Vogel hat schon oft bewiesen, dass er das Unmögliche möglich machen kann.

1992 machte er Schlagzeilen mit seiner «Grenztour». Alleine umrundete er die Schweiz. Von Grenzstein zu Grenzstein. 1882 Kilometer.

Elf Viertausender bezwang Vogel an einem Tag, 151 Gipfel insgesamt und 148 000 Höhenmeter. «Bis anhin der härteste Trip meines Lebens.» Bis anhin.

Am Sonntag flog er ab nach Timbuktu.

Von dort zieht er los. Er, zwei Tuaregs und einige Kamele. Ungeachtet der kriminellen Banden, die unterwegs lauern und die Expedition überfallen könnten.

Nur die Sterne sollen dem Schweizer den Weg weisen. Die Expedition trägt den Namen «Orion».

Wieso tut er sich das an? «Das Projekt strahlt eine enorme Faszination auf mich aus», schwärmt Vogel. «Für mich verkörpert es den Drang, den eigenen Sehnsüchten nachzugehen und das scheinbar Unmögliche in die Tat umzusetzen.»

Hat er keine Angst? «Respekt höchstens. Vor Vorkommnissen, auf die ich keinen direkten Einfluss nehmen kann – die nicht in meinen Händen liegen.»

Keine Expedition auf dieser Welt sei so heiss und dann wieder so kalt. «In der Wüste rechne ich mit über 40 Grad plus, im Atlasgebirge mit bis zu 15 Grad unter null.» Die Wüsten-Tour werde schwierig, aber nicht unmöglich.

Im Januar 2006 wagte es Vogel schon einmal. Und scheiterte. Die Kamelführer verliessen die Kräfte, die Expedition musste nach 800 Kilometern abgebrochen werden. «Die Kamelführer hatten nie daran geglaubt, dass die Tour überhaupt möglich sei», weiss Vogel heute.

Diesmal will er es schaffen. Wie er schon die Grenztour geschafft hat. Damals war selbst Reinhold Messner begeistert: «Die Grenztour Schweiz ist härter und intelligenter als die Besteigung eines Achttausenders.»

Was wird der legendäre Bergsteiger wohl sagen, wenn Andrea Vogel nach 3000 Kilometern in Marrakesch einläuft?

Anfang Februar ist Andrea Vogel mit seiner Expedition von Timbuktu aus. Für Blick.ch schreibt er – via Satellit – exklusiv von den Eindrücken, Strapazen und Schwierigkeiten in der Wüste. Das Logbuch wir illustriert mit Bildern direkt aus der Sahara. Hier gehts zum Logbuch.

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