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Liebe Rita Z., in einer ersten Kontaktnahme schlug ich Ihnen vor, eine alte Freundin zu besuchen, sich um Freiwilligenarbeit zu kümmern oder die Pro Senectute zu kontaktieren – Sie aber haben alles abgewunken. Mit der Freundin wollen Sie nichts mehr zu tun haben. Freiwilligenarbeiten sind Ihnen zu anstrengend und zu undankbar. Und bei der Pro Senectute verkehren nur Alte.
Sie erwarten, dass sich möglichst viele Freunde um Sie kümmern, sind aber nicht willens, den ersten Schritt zu machen. Freundschaft gibt es aber nicht zum Nulltarif. Machen SIE den Anfang! Gehen Sie auf andere zu, sonst ändert sich an Ihrer Misslage nichts.
Besuchen Sie also Ihre ehemalige Freundin, auch wenn sie im Altersheim lebt. Sie wird sich garantiert freuen.
Melden Sie sich zur Freiwilligenarbeit, auch wenn es Ihnen «doof» erscheint. Besonders Sie können dabei einiges lernen: etwa, dass Geben schöner ist als Nehmen. Denn jemandem zu helfen wird Ihnen das Gefühl vermitteln, wirklich gebraucht zu werden. Darüber hinaus: Ganz brotlos ist die Freiwilligenarbeit nicht. Sie erhalten Ihre Auslagen zurück, werden für Weiterbildungen eingeladen und bekommen Supervision durch die Organisation. Unter www.benevol.ch etwa finden Sie unterschiedliche Jobs: Hausaufgabenhilfe für Kinder, Naturschutzarbeiten bis zur Mitarbeit in einem Kloster.
Sie wandern gerne, also ab zur Pro Senectute. Diese bietet Wanderungen an, wie auch die Wandergruppe Ihrer Gemeinde.
Kurzum: Hören Sie endlich damit auf, Menschen vorzuverurteilen. Gehen Sie positiv auf andere zu, jeder hat spannende Wesenszüge zu bieten.
Wenn Sie aber Ihre Mitmenschen von Anfang an verurteilen, verbauen Sie sich die Chance, eine neue Freundin oder einen neuen Freund kennenzulernen. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Glück und Mut bei Ihrem nächsten Schritt.