Der Heisse Draht zum Thema Arbeit und Soziales Unser Geld reicht nicht

  • Publiziert: 19.08.2010, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Von Anita Hubert, Sozialarbeiterin und Versicherungsfachfrau

ZÜRICH - Ich bin alleinerziehende Mutter mit Sohn. Die IV bezahlt mir 2200 Franken, Kinderrente inklusive. Vom Vater erhalte ich monatlich 750 Franken, darüber hinaus beziehe ich Ergänzungsleistungen in der Höhe von 1500 Franken. Macht total 4450 Franken. Um unseren Lebensbedarf zu decken, wären aber 5500 Franken nötig. Wo kriege ich den Rest her? Monat für Monat muss ich einen Zustupf vom Kindsvater oder von meinen Eltern einfordern. Rosa O.

Die Ergänzungsleistungen (EL) helfen AHV- und IV-Rentnern, die minimalen Lebenskosten zu finanzieren. Sie wurden eingerichtet, weil die Renten das Existenzminimum nicht decken. Auf grossem Fuss können Sie als EL-Bezügerin trotzdem nicht leben.

Ich empfehle Ihnen deshalb, sich mit den gegebenen Mitteln abzufinden. Das heisst für Sie und Ihren Sohn, baldmöglichst ein genaues Monatsbudget aufzustellen – und sich vor allem mit den 4450 Franken zu begnügen. Damit machen Sie sich von Drittpersonen unabhängig. Gleichzeitig wächst Ihr Schuldenberg bei Verwandten und Freunden nicht weiter.

Die Budgetberatung empfiehlt für eine zweiköpfige Familie Ihres Einkommens folgende Einteilung:
  • Wohnen 1130 Fr.
  • Steuern 500 Fr.
  • Krankenkasse 400 Fr.
  • Versicherung, Telefon,
  • Energie, Fahrkosten 380 Fr.
  • Nahrung/Haushalt 850 Fr.
  • Kleider und Taschengeld:
  • Fürs Kind 80 Fr.
  • Für den Erwachsenen 270 Fr.
  • Rückstellungen für Gesundheit Freizeit, Geschenke 340 Fr.
  • Freier Betrag für Betreuung, Auto, Sparen 550 Fr.

So weit die hilfreichen Empfehlungen der Budgetberatung. Ihre Aufgabe ist es nun, alle Ihnen bekannten fixen und variablen Ausgaben mit diesem Budget zu vergleichen. Wo geben Sie mehr aus, was ist günstiger? Schreiben Sie sich in den nächsten Monaten jede noch so kleine Ausgabe auf – so werden Sie Ihre Budgeträuber schnell entdecken. Unter www.budgetberatung.ch finden Sie entsprechende Vorlagen für die Budgetrechnung und die Ausgabenkontrolle.

Wichtig für Ihr Selbstbewusstsein: Es macht Spass, Meisterin seiner Kosten zu sein. Und zudem sind Institutionen und Stiftungen eher dazu bereit, für Ferien oder Anschaffungen einen Zuschuss zu leisten, wenn Sie keine Schulden haben und den finanziellen Alltag selber managen.

Kontakt

Telefonieren Sie: Di, Mi 10–11 Uhr, Fr 13–15 Uhr: 044 259 88 44 / 99.

E-Mail: heisser.draht@blick.ch.

Per Post: Blick, Heisser Draht, Postfach, 8021 Zürich.

Ihre Zuschriften werden vertraulich behandelt.

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