
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar abzugeben.
Wenn Sie ein Konto bei Facebook haben, können Sie sich damit anmelden.
Trauern braucht seine Zeit – jeder reagiert anders auf derartig einschneidende Verluste. Jede Form ist richtig und wichtig. Denn: Wird ein Trauerprozess unterbrochen, kann die Trauer später umso heftiger zurückkehren. Vielleicht ist Ihnen genau das passiert. Der Tod des Freundes hat die alte Trauer zur Mutter neu geweckt. Deshalb rate ich Ihnen: Nehmen Sie sich deshalb die Zeit und Ruhe, um an die Verstorbenen zu denken und die Verluste zu verarbeiten, auch wenn das andere nicht verstehen.
Angehörige von Trauernden sind oft mit der Situation überfordert. So verlangt Ihre Freundin egoistisch, Sie sollen doch wieder lustig sein und mit ihr ausgehen. Wahrscheinlich weiss sie bloss nicht, wie sie mit Ihnen umgehen soll. Sie können ihr helfen – erklären Sie ihr, was Sie jetzt brauchen. Sie muss wissen: Ein Trauerprozess lässt sich allgemein in vier Phasen gliedern.
Nichts wahrhaben wollen: Betroffene sind oft starr vor Schreck und glauben nicht, was passiert ist. Sie erleben den Abschied wie in einem Gefühlsschock.
Heftige Gefühle: Danach brechen meist Trauer, Zorn und Angst auf. Die Betroffenen können jetzt unter Schlaflosigkeit leiden. Wichtig ist, dass sie die Gefühle zulassen und leben. Das hilft, dass die Trauer nicht chronifiziert und womöglich zur Depression führt.
Suchen und trennen: Nun suchen die Trauernden oft die Nähe zu Verstorbenen. Sie führen mit ihnen Zwiegespräche. Das hilft, die Verstorbenen als innere Personen mitzunehmen und den Verlust zu verarbeiten.
Neue Welt: Die Trauernden wenden sich wieder dem Leben zu. Die Verstorbenen sind zu inneren Begleitern geworden, die dem Überlebenden zugestehen, sich wieder neue Lebensmuster zu stricken. Ohne dass er sie dabei vergisst.
Vielen Trauernden hilft es, sich Selbsthilfegruppen anzuschliessen. Infos finden Sie auf www.kosch.ch. Auch einen Buchtipp kann ich Ihnen mitgeben: Verena Kast, «Zeit der Trauer», Kreuz Verlag, Fr. 9.90.