Ratgeber zum Thema Geld und Versicherung Soll ich die Steuern jetzt schon bezahlen?

«Die Steuern vorzeitig bezahlen, rentiere sich, sagt ein Bekannter von mir. Nimmt er mich hoch?» Dieter S., Erlenbach

  • Publiziert: 31.03.2011, Aktualisiert: 13.01.2012
  • Von Ulrich Rotzinger
play BLICK erklärt, warum es ein gutes Geschäft ist, wenn man seine Steuern jetzt schon zahlt. (Blick)

Wer seine Steuern bereits vor Fälligkeit bezahlt, kann Geld sparen. Gutes Geld. Und das funktioniert so: Anstatt sein Erspartes auf die Bank zu tragen, zahlt man es vor Fälligkeit zusammen mit dem geschuldeten Steuerbetrag ein. Zahlungen vor dem Stichtag 30. September 2011 werden vollumfänglich und taggerecht verzinst – es lohnt sich, ermuntert das Steueramt Zürich.

Je nach Kanton liegt der Vorauszahlungszins zwischen einem und zwei Prozent. Dagegen wirft ein normales Sparkonto heute im Schnitt schlappe 0,8 Prozent Zins ab. Ein Beispiel: Bei einem Sparguthaben von 10 000 Franken schreibt das Steueramt Luzern 200 Franken Zinsertrag gut. Auf dem Sparkonto gäbe es im Schnitt nur 80 Franken.

Auffällig: Gerade in Kantonen wie Zug mit einem Zins von zwei Prozent für freiwillige Vorauszahlungen machen Steuerzahler rege Gebrauch davon. «Der hohe Zinssatz ermuntert die Leute, ihre Steuern schneller zu bezahlen», sagt Guido Jud, Amtsleiter der Steuerverwaltung Zug, stellvertretend für seine Kollegen in Zürich und Luzern.

Angesichts der hohen Verzinsung lohnt es sich nicht nur früher, sondern auch deutlich mehr als nötig an die Amtskassen zu überweisen. Dafür gibts einen leeren Einzahlungsschein, der neben demjenigen mit dem provisorischen Steuerbetrag dieser Tage an die Haushalte verschickt wurde.

Bei welcher Höhe das zusätzlich gezahlte Geld aber wieder unverzinst an den Absender zurückgeht, konnten die Verantwortlichen nicht sagen. Oder vielleicht wollten sie es gar nicht? «Wir schauen genauer hin, wenn wir den Eindruck haben, dass wir jetzt Bank spielen», sagt Ruedi Heim vom Steueramt Luzern. Rund ein Viertel mehr als den empfohlenen Betrag darf in der Zentralschweiz eingezahlt werden. Bei einem offensichtlichen Missbrauch, also bei hohen fünf- und sechsstelligen Steuerbeträgen, werde man allerdings aktiv, warnt Heim.

Auch Zürich und Zug lassen eine gewisse Kulanz durchblicken. «Denn eine Rücküberweisung ist immer auch mit Aufwand verbunden», heisst es. Daher beschränken sich die Inkassobüros auf Stichproben. Solange die Zinsen auf den Sparkonti tief bleiben, dürfte sich diese Anlagestrategie in barer Münze auszahlen.

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