Ratgeber: Fragen Sie Franca «Sobald wir zu dritt sind, herrscht Zickenkrieg»

  • Publiziert: 01.02.2012

Meine zwei besten Freundinnen gingen auf die gleiche Schule wie ich, wir drei sind alle 24 Jahre alt. Meist verstehen wir uns ohne Worte – einige Blicke und Gesten genügen, und wir sind uns einig. Ein Glücksfall! Aber diese Verbundenheit funktioniert nur, wenn ich mich mit ­jeder Freundin allein treffe. Sobald wir zu dritt unterwegs sind, beispielsweise beim Shopping in der Stadt, herrscht Zickenkrieg. Was ist los mit uns? Was können wir dagegen tun? Melanie

Menschen, die sich regelmässig treffen, entwickeln zusammen ein sogenanntes Wir-Gefühl, das sie zu einer Gruppe zusammenschweisst. Leider ist diese Verbundenheit in einer Dreiergruppe kaum möglich. Warum? Zwei verbünden sich in ihrem Wir-Gefühl, und der Dritte steht als Aus­senseiter da! Darum beginnt bei euch der Zickenkrieg, sobald ihr zu dritt etwas unternehmt. Das muss ja nicht nur beim Einkaufen eskalieren. Liebe Melanie, du und deine Freundinnen erleben ein ganz normales soziologisches Phänomen, das existiert, seit es Menschen gibt. Zuerst werden wir in eine Gruppe hineingeboren – in eine Familie. Wir bilden Gruppen im Sandkasten, in der Schule, bei der Arbeit, im Sport, und wir pflegen unsere Freundschaften in Gruppen. Für eure Gruppe müsst ihr euch eine vierte Freundin suchen, die gut zu euch passt. Eine Vierergruppe ist ausgeglichen und bildet im Wir-Gefühl auch keine Aussenseiter. Dieses Phänomen beschreibt übrigens auch Candace Bushnell in ihrem Roman «Sex an the City» mit den vier New Yorkerinnen. Zu viert lassen sich neue Schuhe kaufen, Probleme im Job besprechen und jeder Liebeskummer überleben. Wir sind nicht zum ­Alleinsein geboren.

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