Ratgeber Gesundheit & Ernährung Notfall: Jeder kann helfen!

  • Publiziert: 14.02.2011, Aktualisiert: 03.01.2012
  • von Andrea Fischer
play Alarmieren Sie als Erstes die Sanität: 144 wählen. (Getty Images)

«Kürzlich bin ich an einem Unfall vorbeigefahren. Da habe ich gemerkt, dass ich keine Ahnung mehr habe, was man tun sollte.» Christine L., Volketswil ZH

So ist es bei vielen: Sie haben für den Fahrausweis den vorgeschriebenen Nothelferkurs gemacht – und das Thema damit abgehakt. Mit fatalen Folgen, denn ohne Hilfe enden unnötig viele Notfälle tödlich. BLICK zeigt, was man in Notsituationen tun muss.

Was muss ich als Erstes tun, wenn ich einen Unfall sehe?
Bei Verkehrsunfällen wählen Sie die Nummer 117 (Polizei-Notruf), bei anderen Notfällen die Nummer 144 (Sanitäts-Notruf). Die schicken Hilfe.

Was muss ich danach tun?
Kontrollieren Sie, ob der Patient bei Bewusstein ist (sprechen Sie ihn an). Ist er bewusstlos und atmet er, bringen Sie ihn in die sogenannte stabile Seitenlage. So bleiben die Atemwege frei. Wenn er nicht mehr atmet, müssen Sie unverzüglich mit Herzmassage und Beatmung (Reanimation) beginnen. Das ist seine einzige Chance zu überleben, bis der Rettungsdienst kommt.

Wie geht die Reanimation?
Strecken Sie den Kopf des Patienten leicht nach hinten und drücken Sie den Unterkiefer nach oben. Beatmen Sie ihn (Mund zu Mund oder Mund zu Nase) mit zwei Atemstössen von je einer Sekunde. Wenn die bewusstlose Person wieder Atem zeigt, legt man sie vorsichtig in die stabile Seitenlage, damit sie nicht an eigenem Schleim oder Erbrochenem erstickt oder die Atmung durch die nach hinten fallende Zunge behindert wird. Atmet der Bewusstlose nicht, beginnen Sie mit der Herzmassage.

Wie funktioniert die Herzmassage?
Legen Sie einen Handballen auf die Mitte des Brustkorbes (auf die untere Hälfte des Brustbeins), legen Sie den Ballen Ihrer anderen Hand darauf, strecken Sie die Arme durch und drücken Sie den Brustkorb fest und schnell zusammen (rund 100 Mal pro Minute mit gestreckten Armen). Nach jeweils 30 Stössen machen Sie zwei Atemstösse von je einer Sekunde.

Was ist im Falle eines Herzinfarktes zu tun?
Auch hier gilt: unbedingt zuerst 144 anrufen! Bei Herzstillstand und Herzinfarkt spielt Zeit eine sehr wichtige Rolle. Verlieren Sie keine Zeit: Legen Sie die Person mit angehobenem Oberkörper hin und geben sie ihr wenn möglich Aspirin (500 mg). Bei einem Herzinfarkt ist der Patient meist bei Bewusstein und hat vor allem Angst. Beruhigen Sie ihn, bis die Ambulanz kommt. Das schont das Herz.

Was, wenn ich in Panik gerate?
Sie können nichts falsch machen. Nur nichts machen ist falsch! Nothilfe ist Übungssache: Am besten macht man regelmässig einen eintägigen Wiederholungskurs (s. Box).

Mit Unterstützung von Verena Peterhans, Leiterin Ausbildung Sanarena Rettungsschule, Zürich.

Fragen? Schicken Sie ein E-Mail an: ratgeber@ringier.ch

Reine Übungssache

Auffrischen: Alle zwei, drei Jahre einen Wiederholungskurs besuchen. So bleiben Sie fit für den Notfall! Wer weiss, was zu tun ist, gerät nicht in Panik.

Auf samariter.ch finden Sie den Samariterverein in Ihrer Nähe und können schon mal Ihr Nothilfe-Wissen im Online-Test checken.

Die Sanarena Rettungsschule (sanarena.ch) bietet verschiedene Auffrischungskurse mit speziellen Parcours, die auch viele Übungssituationen aus der Praxis beinhalten.
play Kümmern Sie sich dann um den Patienten: Sehen Sie, ob er atmet! (Getty Images)

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