Der Heisse Draht zum Thema Geld Mit PK-Geld ein Haus kaufen?

  • Publiziert: 30.03.2010, Aktualisiert: 03.01.2012

Ich möchte in nächster Zeit Wohneigentum erwerben (Bezug Ende 2011). Der Kaufpreis ist 620 000 Franken, mein Eigenkapital beträgt 420 000 Franken, inklusive Pensionskasse. Soll ich die PK verpfänden oder auszahlen lassen? Wie soll ich mit meinem Sparen-3-Guthaben umgehen? Wie viel Steuern müsste ich zahlen, wenn ich PK und Säule 3 auszahlen lasse? K. C., E-Mail

Bei einem Kaufpreis von 620 000 Franken und bei den derzeitigen Hypothekenzinsen rate ich davon ab, Ihr Pensionskassen-Guthaben und/oder die 3. Säule für das Eigenkapital mehr als unbedingt nötig zu schröpfen. Die Rendite auf Ihrem PK- und 3.-Säule-Konto ist höher als die Kosten, die Sie für eine Hypothek aufbringen müssen, zumal die Hypothekenzinsen Ihr steuerbares Einkommen vermindern. Sinnvoll ist es allenfalls, auf eine zweite Hypothek zu verzichten, wenn damit Amortisationszahlungen verbunden sind.

Wenn Sie eine erste Hypothek bis zur maximalen Höhe (in der Regel 60 Prozent des Immobilienwertes, in Ihrem Falle also 370 000 Franken) beziehen, müssen Sie noch 250 000 Franken Eigenkapital aufbringen. Dieses würde ich in folgender Reihenfolge finanzieren: Erstens Sparguthaben, zweitens Gelder aus der 3. Säule, drittens Pensionskassen-Geld. Ihre Zinsbelastung würde dann (mit einer Festhypothek über sieben Jahre) um die 1000 Franken monatlich liegen.

Sie können Ihr Pensionskassengeld verpfänden, statt es auszahlen zu lassen. Das bedeutet, dass Ihre Bank einen bestimmten Betrag aus Ihrem PK-Guthaben als Pfand zugesichert erhält – und dafür zum Beispiel eine zweite Hypothek zum Zinssatz einer ersten gewährt; die Zinsdifferenz kann gut und gerne ein Prozent ausmachen. Ausserdem bleibt auf diese Weise Ihr Alterskapital in der PK erhalten und verzinst sich weiterhin überdurchschnittlich. Wenn Sie Alterskapital auszahlen lassen, verlieren Sie wie auch bei der 3. Säule einen Teil in Form von Steuern.

Die Höhe dieser Kapitalauszahlungssteuer variiert von Kanton zu Kanton, ebenso das Progressionstempo: In Zürich ist die Progressionskurve sehr steil, in Basel ziemlich flach. Bei einer Auszahlung von 500 000 Franken (PK und 3. Säule werden in den meisten Kantonen zusammengerechnet) zahlen Sie im Kanton Uri gut 32 000 Franken Steuern, im Kanton Waadt über 64 000 Franken.

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