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Ihre Mutter übt massiven Druck auf Sie aus. Sie geben diesem nach und erledigen die Pflege sowie den ganzen Haushalt Ihrer Mutter. Dabei kommt Ihre eigene Familie zu kurz. Sie opfern Ihrer Mutter die gesamte Freizeit. So lange Ihre Kraft ausreicht, wird sich daran nichts ändern.
Danach wird Ihre Mutter Spitex und Haushaltsdienst akzeptieren müssen. Allenfalls wird sogar eine Einweisung in ein Pflegeheim nötig sein. Aber: Soll sie wirklich erst dann zur Einsicht kommen, wenn Sie am Ende Ihrer Kräfte sind? Was können Sie tun, um heute aus dieser Erpressungs-Situation herauszukommen?
Beziehen Sie Drittpersonen ein? Wo sind Ihre Geschwister? Hat die Mutter weitere Verwandte? Freunde? Vor allem der Hausarzt sollte jetzt Ihr erster Ansprechpartner sein. Ziel ist es, Ihre übernommene Verantwortung auf weitere Menschen zu verteilen.
Suchen Sie das Gespräch mit dem Hausarzt. Informieren Sie ihn über die Situation. Oft sind ältere Menschen bereit, die Meinung eines Arztes gelten zu lassen. Für sie ist er noch eine Autoritätsperson. So könnte Ihre Mutter positiv reagieren, wenn der Arzt die Spitex verschreibt, weil eine pflegerische Leistung nur von professionellen Personal gemacht werden kann.
Der erste Schritt: Geben Sie sich einen Tag frei. Statt Ihnen geht eine Schwester oder eine Bekannte bei der Mutter vorbei. Auch wenn es Ihnen anfangs schwer fällt. Mit der Zeit werden Sie lernen, ohne schlechtes Gewissen freizunehmen und Ihre vermeintliche Verantwortung auf viele Schultern zu verteilen.
Sie können auch selber mit der Spitex und dem Hausdienst der Pro Senectute Kontakt aufnehmen. Meistens sind diese Mitarbeitenden gewohnt, auch mit schwierigeren Patienten umzugehen. Sie wissen darum, dass sie zuerst das Vertrauen Ihrer Mutter gewinnen müssen, um wirklich zu bestehen und als Pflegerinnen und Hilfen akzeptiert zu werden.