Der heisse Draht zum Thema Gesundheit Ich fürchte mich vor MRI!

  • Publiziert: 09.08.2010, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Von Dr. med. Silva Keberle

Aufgrund meiner chronischen Knieschmerzen muss ich mich demnächst in die «Röhre» legen: für eine Magnetresonanz-Untersuchung. Nun erzählte mir eine Freundin, ihr sei bei einer solchen Untersuchung schwindlig geworden, sie habe ein Kribbeln im Rücken verspürt. Zudem sei der Lärm in der Röhre extrem unangenehm. Ist eine solche Untersuchung so gefährlich?Dorothea L. (55)

Man muss zwischen Computertomografie (CT) und Magnetresonanz-Tomografie (MRT bzw. MRI) unterscheiden. Die MRT kommt im Gegensatz zur CT ohne Röntgenstrahlung aus – und ist damit schonender. Zum MR-Gerät: Dieses erzeugt ein starkes Magnetfeld, das die Wassermoleküle im Körper in Schwingung versetzt. Je nach Wassergehalt erzeugen die unterschiedlichen Körpergewebe verschiedene Signale. Diese werden in Schnittbildern dargestellt, die sich zwei- und dreidimensional auswerten lassen.

Eine MRT dauert 20 bis 40 Minuten. Manche Patienten haben ein mulmiges Gefühl während der Untersuchung. Es kann daher beruhigend wirken, wenn eine vertraute Person mit im Raum ist. Manche Patienten klagen tatsächlich über den Lärm. Dagegen helfen Kopfhörer, auf Wunsch mit Musik. Andere berichten über ein Kribbeln im Rücken oder auch leichte Schwindelgefühle – vorab wenn sie in die «Röhre» gerollt werden. Das ist gemäss Experten jedoch selten und harmlos. Solche Erscheinungen sind abhängig von der Stärke des Magnetfeldes: Je stärker es ist, desto wahrscheinlicher sind solche Nebenwirkungen. Es wird angenommen, dass allfällige Schwindelgefühle durch einen sehr leichten, harmlosen Stromfluss in den Innenohren entstehen. Das Kribbeln kann Folge leichter Stimulationen der peripheren Nerven sein – oder durch die Vibration des MR-Geräts selbst entstehen.

Sogar bei Patienten mit implantierten Metallteilen ist eine MRT meist möglich, denn es handelt sich in der Regel um Edelmetalle, die nicht magnetisierbar sind. Nicht angewendet wird die Untersuchung üblicherweise bei Trägern von Herzschrittmachern.

Vor der Untersuchung müssen metallische Gegenstände wie Münzen oder Schmuck entfernt werden, da sie die Bildgebung stören können.

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