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Sind Babys besonders gefährdet durch die Schweinegrippe?
Ja. Anders als bei der normalen saisonalen Grippe erkranken Kinder und junge Erwachsene häufiger an Schweinegrippe als Senioren. Der Grund: Offenbar zogen Varianten des Schweinegrippe-Virus H1N1 schon ein bis zwei Mal um die Welt. Ältere Menschen haben also eher eine Grundimmunität, weil sie schon früher mit dem Virus Kontakt hatten.
Soll ich mein Baby nicht besser impfen lassen?
Das können Sie erst, wenn es sechs Monate alt ist. Vorher würde es nichts nützen. Zwar kann schon ein Fötus ab vier Monaten eigene Antikörper bilden. Aber im geschützten Bauch der Mutter bleibt sein Immunsystem schwach. Es beginnt erst nach der Geburt zu «lernen» und Antikörper zu bilden. Mit sechs Monaten ist es fähig, eine Schweinegrippe-Impfung zu verarbeiten.
Wie soll ich denn mein Baby vor der Schweinegrippe schützen?
Erstens: Lassen Sie als Eltern sich selber impfen, stellvertretend für das Kleine. Zweitens: Achten Sie auf die Hygiene.
Was heisst das konkret? Unsere Wohnung ist doch sauber?
Sie müssen sich, solange der Virus umgeht, an eine zusätzliche Atemwegs-Hygiene halten: Das heisst, husten und niesen Sie immer in Wegwerftaschentücher und entsorgen Sie diese sofort. Reinigen Sie regelmässig die Orte, wo Ihr Baby liegt, mit Desinfektionsmittel. Waschen Sie selber sich häufiger die Hände und berühren Sie Ihre Nasenlöcher, Ihren Mund und Ihre Augen möglichst wenig. Denn das sind die Eingänge, durch die der Virus am liebsten zirkuliert. Thomas Zeltner, Direktor des Bundesamts für Gesundheit, rät gar, das Neugeborene etwas zu isolieren: «Sie müssen es nicht jeder Tante und jedem Onkel auf den Arm geben.»
Wie erkenne ich überhaupt rechtzeitig, dass mein Baby die Schweinegrippe hat?
Es zeigt sich an einem Infekt der Atemwege: also an heftigem Keuchen, Husten, Schnupfen, geschwollenem Hals – und an Fieber über 39 Grad. Sobald Sie das bei Ihrem Baby, Kleinkind oder Teenager feststellen, kontaktieren Sie sofort Ihren Arzt oder das nächste Spital.
Wenn ich kein Kind habe, wie soll ich mich nun verhalten?
Beachten Sie dieselben Hygiene-regeln, wie oben beschrieben. Und vermeiden Sie allzu viele «Höflichkeitsküsse». Wenn es Sie doch erwischen sollte, bleiben Sie zu Hause. Zum Schutz für Ihre Freunde und Büro-Kollegen. Falls es Sie noch nicht erwischt hat: Lassen Sie sich impfen. Nicht nur zu Ihrem eigenen Schutz, sondern um zu verhindern, dass der Virus sich ausbreitet. Immer mehr Kantone impfen jetzt auch Nicht-Risikogruppen.
Soll ich nicht einfach warten bis zu einer Erkrankung und mich dann mit Tamiflu behandeln?
Erstens laufen Sie dann immer noch Gefahr, dass sogenannte Ko-Infektionen Ihre Schwäche ausnützen und Sie ebenfalls anstecken. Zweitens ist Tamiflu verschreibungspflichtig und manchmal ziemlich unangenehm. Häufige Nebenwirkungen: Übelkeit, Magenschmerzen, Durchfall und Erbrechen.