Der Heisse Draht Therapie: Bewirken Düfte etwas?

  • Publiziert: 21.12.2009, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Zum Thema Gesundheit: Dr. med. Silva Keberle

Es ist ja bekannt, dass Düfte Erinnerungen wecken und Emotionen hervorrufen können – speziell jetzt in der Adventszeit. Meine Freundin hat nun aber behauptet, dass Düfte auch für therapeutische Zwecke angewendet werden können, im Rahmen der sogenannten Aromatherapie. Stimmt das? Was genau versteht man unter der Aromatherapie und wann wird sie eingesetzt? Franziska W. (44)

Ihre Freundin hat recht. Bei der Aromatherapie werden ätherische Pflanzenöle therapeutisch eingesetzt. Die Therapie beruht auf der Vorstellung, dass durch Gerüche und Düfte tief im Gedächtnis verankerte Gefühle und Erinnerungen angesprochen und ins Bewusstsein gebracht werden. Zudem können Gerüche die Gefühlslage positiv beeinflussen und dazu beitragen, die Selbstheilungskräfte zu aktivieren. Das Einatmen der Duftstoffe wirkt ausserdem desinfizierend sowie schleim- und krampflösend.

Aromaöle sollen auf zwei Arten wirken: Über die Haut gelangen die Öle ins Blut und somit ins Gewebe und zu den einzelnen Organen, wo sie direkte Effekte erzielen. Die Duftstoffe werden aber auch von Rezeptoren in der Nasenschleimhaut aufgenommen und gelangen über die Riechnerven in das Riechzentrum im Gehirn.
Die häufigste Anwendung ist das Einatmen von Aromaölen. Die Flüssigkeit wird auf einen Aromastein oder in eine Duftlampe gegeben, wo sie verdunstet und sich in der Raumluft verteilt. Viele ätherische Öle werden jedoch auch mittels Einreibungen, Massagen und als Zusätze von Umschlägen, Kompressen und heilenden Bädern verwendet.

Als Badezusatz sollte man die ätherischen Öle mit Rahm, Honig oder neutraler Seifengrundlage vermischen, damit sie sich richtig auflösen.

Häufig suchen Patienten mit Erkältungen, Schlafstörungen, depressiven Verstimmungen, Stress oder mangelnder Konzentrationsfähigkeit Hilfe bei einem Aromatherapeuten. Auch als unterstützendes Heilmittel finden die Duftstoffe Verwendung. So hat sich zum Beispiel Pfefferminzöl bei Kopfschmerzen bewährt, Lavendelöl soll beruhigend wirken, Orangen- und Zitronenöl die Stimmung aufhellen.

Ein Verzeichnis von Aromatherapeuten, die von vielen Versicherern für die Zusatzversicherung anerkannt sind, finden Sie auf www.EMindex.ch. Weitere Therapeutenlisten gibt es auf www.aromatherapieschule.ch oder www.veroma.org.

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