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Für viele Menschen gehört die Nasenspülung mit einer Salzlösung zum täglichen Ritual. Sie sind der Meinung, dass dadurch Infektionen der Nasennebenhöhlen verhindert werden können. Doch im Gegenteil: Durch regelmässige Nasenspülungen wird das Risiko für Entzündungen der Nasennebenhöhlen (Sinusitis) erhöht, wie zwei kürzlich veröffentlichte Untersuchungen gezeigt haben.
Personen, die täglich ihre Nase spülten, erkrankten rund doppelt so oft an einer Sinusitis im Vergleich zu jenen, die auf die tägliche Spülung verzichteten. Bei Patienten mit wiederkehrenden Entzündungen der Nasennebenhöhlen sank die Häufigkeit einer Infektion um mehr als die Hälfte, wenn sie die Nasenspülung wegliessen.
Ein Experte erklärt die ungünstigen Auswirkungen der regelmässigen Nasenspülungen so: Wer über längere Zeit seine Nase mit einer Salzlösung spült, läuft Gefahr, sie ihres natürlichen Immunschutzes zu berauben. Denn in der Nasenschleimhaut befinden sich wichtige Immunzellen, die Abwehrstoffe produzieren und deren Zusammensetzung sich verändert, wenn sie ständig ausgewaschen werden.
Zudem schädigt das ständige Spülen mit hypertoner Salzlösung den sogenannten Flimmerepithelteppich der Nase. Das sind Millionen von rhythmisch schlagenden Härchen, die als eine Art Förderband eingedrungene Staubteilchen und Bakterien nach aussen oder in Richtung Rachen transportieren.
Der Experte rät daher dringend von regelmässigen Nasenspülungen ab. Lediglich bei akuten Infekten und dann für maximal eine Woche sei die Anwendung sinnvoll, weil sie helfe, den eitrigen Schleim in den entzündeten Nasennebenhöhlen zu
verflüssigen, so dass er besser abfliessen kann.
Bei wiederkehrenden Entzündungen der Nasennebenhöhlen würde ich Ihnen empfehlen, Ihren Hausarzt aufzusuchen. Er kann der genauen Ursache auf den Grund gehen.