Der Heisse Draht zum Thema Gesundheit Schwächt Geburt das Becken?

  • Publiziert: 25.01.2010, Aktualisiert: 03.01.2012

Ich bin nunmehr im vierten Monat schwanger, erwarte mein erstes Kind. Freundinnen, die selber schon geboren haben, erzählten mir nun, dass es nach der Geburt zu einer Schwächung des Beckenbodens kommen könne – und dass man deswegen im schlimmsten Fall auch Urin verliert, zum Beispiel beim Niesen oder Husten. Wie häufig kommt das vor, und was kann ich allenfalls vorbeugend dagegen tun? Sybille G. (28)

In der Schwangerschaft und durch die Geburt ist der Beckenboden grossen Belastungen ausgesetzt. Die hormonellen Veränderungen machen den Beckenboden elastischer, was im Zusammenspiel mit dem wachsenden Gewicht im Bauchraum und weiteren Faktoren bereits in der Spätschwangerschaft zu kleinen Harnverlusten führen kann.

Bei der Geburt kommt es dann zusätzlich zu extremen Dehnungen der Muskeln und Nerven im Beckenbodenbereich. Das verursacht Mikroverletzungen in der Muskulatur und schwächt den Beckenboden. Gemäss Studien leidet drei bis sechs Monate nach der Geburt fast jede dritte Frau unter Urininkontinenz. Danach sind die Zahlen rückläufig, bevor sie im Alter neuerlich steigen.

Zu Ihrer Frage: Durch gezieltes Beckenbodentraining während der Schwangerschaft und auch nach der Geburt lässt sich das Risiko einer Harninkontinenz tatsächlich mindern. Sie lernen bei diesem Training, Ihre Muskeln im Beckenboden zu aktivieren und zu entspannen.

Die Gymnastikübungen sollten unter Anleitung einer Fachperson erlernt werden. Ein gut instruiertes Beckenbodentraining beeinflusst auch die körperliche Haltung positiv und kann Rückenproblemen vorbeugen, was wegen der Schwerpunktverlagerung während der Schwangerschaft wichtig ist. Viele Gemeinden bieten entsprechende Kurse an.

Auch Damm-Massagen sind empfehlenswert, um ihn elastischer zu machen und Verletzungen vorzubeugen. Generell gilt: Achten Sie auch auf genügend Entspannung während der Schwangerschaft.

Wenn Sie sich unsicher fühlen, fragen Sie Ihren Haus- oder Frauenarzt um Rat.

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