Alkohol Nichts trinken ist ungesund!

  • Publiziert: 25.11.2009, Aktualisiert: 14.01.2012

MÜNCHEN – Na dann, prost: Wer in Massen ins Glas schaut, lebt länger als ein Abstinenzler. Das besagt die Auswertung zahlreicher Studien.

Die Dosis macht das Gift – das wusste schon Paracelsus. Jetzt hat die «Deutschen Gesellschaft für Prävention und Anti-Aging-Medizin» nach einer Auswertung von Dutzenden von Studien über den Zusammenhang von Alkoholkonsum und tödlich verlaufenden Herzerkrankungen diese Weisheit bestätigt. Ihr Fazit: Moderate Alkoholtrinker haben eine höhere Lebenserwartung als strenge Abstinenzler. Auch die Gesamtsterblichkeit unter Einschluss aller Todesarten, inklusive Krebs, ist deutlich niedriger.

Damit korrigieren die «Experten für Gesundes Altern» die Deutsche Gesellschaft für Ernährung. Diese hatte im Ernährungsbericht 2008 behauptet, dass Alkohol das grösste krebsfördernde Potenzial habe, und den totalen Verzicht propagiert.

Zweifellos richtig ist: Alkoholkranke oder Suchtgefährdete sollten komplett aufs Flüssige mit Prozenten verzichten. Wer aber nicht zu dieser Gruppe gehört, hat durch gemässigten Konsum einen deutlichen gesundheitlichen Nutzen.

Dies gilt insbesondere für den Weinkonsum. Diesbezüglich leitete das «Französische Paradoxon» ein Umdenken ein: In Frankreich ist trotz fettreicher Ernährung die Rate tödlicher Herzerkrankungen wesentlich niedriger als in den USA. Besonders Rotwein liefert günstige Effekte. Er enthält spezielle Phyto-Stoffe aus den Schalen und Kernen. Wichtigste Substanz ist das Resveratrol.

Bei einem täglichen Alkoholkonsum von rund 30 bis 50 Gramm – das entspricht etwa zwei Gläsern Wein – liegt das Risiko für tödlich verlaufende Herzerkrankungen gegenüber den Abstinenzlern um etwa 50 Prozent niedriger. Wein-Polyphenole verbessern die Durchblutung, bekämpfen aggressive Sauerstoffmoleküle, schützen vor der Oxidation des schädlichen Cholesterins und vor chronisch entzündlichen Prozessen, auch im Gehirn. Das verringert nicht nur das Risiko für Herzinfarkt, sondern auch für Alzheimer.

Die sogenannte Rotterdamer Alzheimer-Studie, mit rund 8000 Teilnehmern die grösste Untersuchung zum Thema Alzheimer, konnte zeigen, dass ein bis drei Gläser Wein das Demenzrisiko um mehr als die Hälfte reduzierte. Der gemässigte Konsum von Alkohol schützt also nicht nur das Herz, sondern auch das Hirn. (SDA/gsc)

play Wer mit dem «Traubensaft» umgehen kann, tut sich was Gutes. (Reuters)

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