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Für diejenigen, die sich nicht selber bremsen können, gibts jetzt den Abiliti. (Keystone)
Bislang war es nur mit schweren operativen Eingriffen möglich, übergewichtigen Patienten beim Abnehmen zu helfen. Die Zauberworte lauteten Magen-Bypass und Magen-Band. Doch nun gibt es auch eine minimal-invasive Methode – sprich eine Methode, bei der nur über ein kleines Loch operiert wird.
Das Prinzip: Fettleibigen Menschen wird ein Magen-Schrittmacher eingepflanzt, der sogenannte Abiliti. Das kreditkarten-grosse Implantat misst mit Hilfe von Sensoren, wie viel Essen sich im Magen befindet. Ist das Limit einer normalen Essens-Portion erreicht, sendet es über Elektroden Sättigungs-Impulse an den Eingeweidenerv, der die Informationen wiederum ans Gehirn weiterleitet. Die (angenehme) Folge: Man hört auf zu essen – und nimmt folglich weniger zu.
Im Verlauf der europäischen Studien assen Träger des Magen-Schrittmachers bei jeder Mahlzeit 45 Prozent weniger als sonst. Ein deutscher Studienteilnehmer konnte so sein Gewicht von 158 auf knapp 76 senken. Inzwischen nimmt er sogar an Triathlons teil.
Zurzeit wird der umgerechnet 12‘000 Franken teure Abiliti erst bei Patienten eingesetzt, die einen Bodymass-Index von 30 oder mehr haben, sprich krankhaft fettleibig sind. Mit der Zeit soll er aber auch bei anderen Übergewichtigen zum Einsatz kommen.
Der Schrittmacher kann übrigens auch so eingestellt werden, dass er zwischen den Mahlzeiten aktiv ist. Dadurch lässt sich das ewige Naschen verhindern. (gsc)