Brustkrebs Das müssen Sie wissen

  • Publiziert: 31.08.2011, Aktualisiert: 13.01.2012

In der Schweiz sterben täglich drei bis vier Frauen an Brustkrebs. Eine frühzeitige Erkennung der Krankheit ist wichtig – und möglich. Wie, erfahren Sie hier.

Brustkrebs ist die häufigste Krebskrankheit bei Frauen. Treffen kann es jede. Die genaue Ursache für die Entstehung ist bis heute nicht geklärt. Nur fünf bis zehn Prozent der Fälle sind auf Vererbung zurückzuführen. Es konnten aber verschiedene Faktoren aufgedeckt werden, die das persönliche Risiko erhöhen, an Brustkrebs zu erkranken:
  • Späte Erstgeburt oder Kinderlosigkeit
  • Frühe erste Menstruation (Menarche) oder später Eintritt der Wechseljahre
  • Länger andauernde Hormonersatz-Therapien in den Wechseljahren
  • Übergewicht, schlechte Ernährung und mangelnde Bewegung, Alkohol- und Nikotinkonsum gefährden allgemein die Gesundheit und können das Krebsrisiko erhöhen.
  • Einseitiger Brustbefall erhöht die Gefahr, dass später auch die andere Brust erkrankt.
  • Durchgemachte andere Krebsarten

Generell steigt mit zunehmendem Alter das allgemeine Krebsrisiko. Ob die Einnahme der Pille das Brustkrebsrisiko erhöht, ist umstritten. Wissenschaftliche Untersuchungen lassen vermuten, dass das Risiko während und bis 10 Jahre nach der Einnahme geringfügig höher ist als bei Frauen, die niemals die Pille genommen haben.

Jede zehnte Frau, die in der Schweiz an Brustkrebs erkrankt, hat bei der Diagnose bereits Metastasen. Deshalb ist die Früherkennung eines der wichtigsten Mittel im Kampf gegen die noch immer unheilbare Krankheit. Das gilt es dabei zu beachten:

Selbstuntersuchung

Jede Frau sollte die regelmässige Selbstuntersuchung der Brüste fest in ihren Kalender eintragen. Sie ist eine der besten Methoden, um einen Knoten in der Brust aufzuspüren.
  • Monatliche Brust-Selbstuntersuchung ab 20 Jahren. Optimaler Zeitpunkt ist nach der Menstruation, da die Brust sehr weich ist und allfällige Knoten sich besser ertasten lassen.
  • Jährliche Tastuntersuchung durch den Arzt

Folgende Veränderungen sollten unbedingt dem Arzt gezeigt werden:

  • Knötchen in der Achselhöhle
  • Verhärtungen in der Brust (häufig schmerzlos)
  • Ziehen und Brennen in den Brüsten
  • Hervortretende Adern
  • Einziehung der Brustwarze oder der Haut
  • Veränderte Grösse der Brustdrüse (Asymmetrien)
  • Veränderungen der Brustwarze oder des Warzenvorhofes
  • Vergrösserte Lymphdrüsen in den Achseln
  • Spannungsgefühl oder Schmerzen der gesamten Brust, die anders sind als während der Monatsblutung.

Mammografie

Die Röntgenuntersuchung der Brust, die Mammografie, ist momentan die wichtigste Methode, um Brustkrebs bei Frauen zwischen 50 und 70 Jahren frühzeitig zu erkennen. In diesem Alter nimmt das Risiko zu: Acht von zehn Frauen, die an Brustkrebs erkranken, sind über 50 Jahre alt. Bei jüngeren Frauen vor der Menopause ist das Gewebe der Brust dichter. Deshalb ist es schwieriger, Mammografien zu interpretieren und zutreffende Diagnosen zu stellen.
  • Frühere Brustkrebs-Erkrankung: Mammographie jährlich
  • Verwandte mit Brust- oder Eierstockkrebs: Mammographie alle 2 Jahre
  • Zwischen dem 50. bis 70. Altersjahr : Mammographie alle 2 Jahre

Themenabend Brustkrebs

Morgen Donnerstag, 1. September, findet in Zürich ein Informationsabend über Brustkrebs statt (18 bis 19.30 Uhr, Plaza, Badenerstrasse 109). Betroffene und Angehörige können sich über info@fokus-brustkrebs.ch oder die Telefonummer 044 227 11 36 anmelden. Weitere Informationen unter www.fokus-brustkrebs.ch

Tipps für Angehörige

Krebs trifft auch die Angehörigen. Das ist oft eine grosse Belastung – vor allem, wenn sie sich zuviel abverlangen und alles perfekt machen wollen. Tipps:
  • Über Unsicherheiten, Gedanken und Gefühle reden: mit Freunden und Angehörigen, mit der erkrankten Person selbst, mit dem Behandlungsteam, mit einer Fachperson der kantonalen Krebsliga oder des Krebstelefons oder im Rahmen einer Selbsthilfegruppe.
  • Regelmässig Zeit für sich selbst nehmen.
  • Gemeinsam mit der Patientin schöne Momente erleben und die Krankheit für eine Weile aus dem Mittelpunkt des Alltags verbannen.
  • Krebs ist immer verbunden mit Fragen nach dem Tod, unabhängig davon, ob jemand wieder gesund wird oder nicht. Über den Tod sprechen, wenn das Bedürfnis vorhanden ist. Wenn die Hoffnung auf Heilung schwindet, kann ein geschultes Palliative-Care-Team helfen.

Beratung
play Unerlässlich: die monatliche Selbstuntersuchung der Brust. (Image100/Corbis)

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