PITTSBURGH (USA) – Neue Hoffnung für Gelähmte: Ein Affe hat mit reiner Willenskraft einen Roboterarm bedient und sich so selber gefüttert. Jetzt wurde grünes Licht für Versuche mit Menschen gegeben.
Für Tierschützer ist es eine Horrormeldung. Für Menschen mit Lähmung bedeutet es neue Hoffnung: Wissenschaftler der Universität von Pittsburgh haben einem Affen einen Mikrochip ins Gehirn gepflanzt, über den es dem Tier gelang, eine Armprothese mit blossen Gedanken zu steuern. Der Affe, der in einer Box steckte und seine richtigen Arme nicht bewegen konnte, brachte das künstliche Glied dazu, ein Stück Frucht zu greifen und Richtung Maul zu führen, wo es auch problemlos ankam. Angeblich gelang es dem Tier dabei sogar, Geschwindigkeit und Richtung zu variieren. Aufgrund dieses Erfolgs haben die Forscher nun die Erlaubnis, zehn Versuche mit Menschen durchzuführen. Als «Kandidaten» gelten Opfer von Schlaganfällen, Leute mit Rückenmarksverletzungen und Amputierte. Zurzeit läuft die Rekrutierung.Der erste Mensch, der sich einen Chip ins Gehirn pflanzen liess und mit einem Roboterarm Versuche machte, war der britische Kybernetiker Professor Kevin Warwick von der Universität in Reading. Sein Experiment fand 2002 statt. Von der «Sun» zu den neusten Entwicklungen befragt, meint er: «Das könnte das Leben der Behinderten radikal verändern.» (gsc)Mehr Infos unter www.braingate2.org. Mehr zum Chip im Youtube-Video.