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Die drei Leserfragen, die mir kurz vor dem Jahreswechsel gestellt wurden, haben auf den ersten Blick wenig miteinander zu tun. Die Antworten vorweg: Nein, nein und niemand.
Denn: Wäre nur eine kurzfristige Rendite-Maximierung erstrebenswert, würde im nächsten Jahr niemand mehr ein neues Produkt entwickeln, eine neue Fabrik bauen für das Alter vorsorgen oder gar Kinder zur Welt bringen. Der Gewinn aus längerfristigem, gesellschaftlich sinnvollem Handeln lässt sich nämlich nur selten exakt beziffern. Wie gross er hätte sein können, merken wir erst, wenn er ausbleibt. Ökonomen nennen solche unberechenbaren Grössen «Intangible»: was wörtlich übersetzt «unfassbar» heisst.
Finger weg von obskuren Produkten!
Der Umkehrschluss gilt allerdings auch nicht: Kurzfristige Rendite ist nicht schon deshalb schlecht, weil sie «fassbar» ist; sie ist nur nicht überall so wichtig wie in Banken und Finanzmärkten.
Lieber M.Z., Sie sollten niemals einem Experten trauen, und schon gar nicht blind. Lassen Sie sich nichts andrehen (ins Depot legen), das Sie nicht verstehen oder das Ihnen der Experte nicht verständlich machen kann. Muss der Experte dazu Experten beiziehen, ist er selber keiner – also Finger weg!
Und zu P.W.: Ratschläge, welche die Zukunft betreffen, basieren immer auf Wahrscheinlichkeit, niemals und bei niemandem auf Gewissheit. Eine leichte Erholung der Wirtschaft ist wahrscheinlich, leicht höhere Zinsen sind möglich, eine Fortsetzung der positiven Börsenentwicklung ist denkbar. Wer Ihnen das aber verbindlich zusagt, ist vieles, eines aber ganz sicher nicht: ein Experte.