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Ihr bisheriger Hypothekarzins beträgt 3,25 % , die Spar-Zinsen liegen unter einem Prozent: Nach Tilgung der Hypothek würde Ihnen folglich unter dem Strich rund 200 Franken pro Monat mehr Einkommen zur Verfügung stehen. Sie müssen aber bedenken: Selbst wenn Sie Ihre Hypothek um zwei Jahre verlängern, vergrössert sich Ihr verfügbares Einkommen um monatlich gegen 150 Franken – aufgrund der tieferen Hypothekarzinsen. Denn je nach Bank erhalten Sie eine Festhypothek über zwei Jahre bereits ab 1,5 Prozent: was Ihr Budget mit gut 50 Franken belasten würde.
Kommt hinzu, dass sich der Eigenmietwert Ihrer Wohnung nach der Tilgung der Hypothek voll aufs steuerbare Einkommen durchschlägt. Da mir aus Ihren Unterlagen nicht ersichtlich ist, wie viel Einkommen Sie versteuern, kann ich Ihnen zwar nicht sagen, wie sehr sich das auf Ihre Steuerbelastung auswirkt. Ich vermute aber, dass von den gesparten Hypothekarzinsen nicht allzu viel übrigbliebe.
Mein Fazit: Für Sie lohnt es sich kaum, die Hypothek zu tilgen. Vor allem müssen Sie bedenken: Sehen Sie davon ab, bleiben 100 000 Franken auf Ihrem Konto liegen, und Sie können damit tun, was Sie wollen. Ich gehe davon aus, dass Sie mit der Rente und Pension gut zurechtkommen und den Hypothekarzins leicht bezahlen können. Ihr Erspartes wäre dann frei verfügbares Geld. Geben Sie es aus, um mit ihrem Mann das Leben zu geniessen.
Doch selbst wenn Sie die Hypothek jetzt tilgen sollten, brauchen Sie sich nicht zu sorgen. Dass Sie «von keiner Bank mehr Geld bekommen», ist leicht übertrieben. «Meine» Kantonalbank (die Basler) vergibt beispielsweise Hypotheken «in jedem Alter» nach der «Gesamtsituation» des Kunden. Eine Amortisation der Hypothek könne zwar «Sinn machen»; manchmal sei aber auch eine Aufstockung der Hypothek ratsam (zum Beispiel aus steuertechnischer Sicht) und stelle «kein grösseres Risiko für die Bank» dar.