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Miet-Nebenkosten: Das darf drin sein

Die Nebenkosten sind oft der Anlass für Mietstreitigkeiten. Denn was darf der Vermieter abrechnen und was nicht? Wir sagen es Ihnen.

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Das darf drin sein

Der 1. April – dieses Jahr ein Donnerstag – ist der Tag der Scherze und der Schadenfreude. Und der Tag des Zügelns und des Muskelkaters. Gut im Rennen ist, wer nach geschlagener Zügelschlacht feststellt, dass das neue Zuhause tatsächlich gemütlich ist. Ungemütlich wird es vielleicht später, wenn der Vermieter zum ersten Mal die Nebenkostenabrechnung präsentiert und unerwartet Nachzahlungen fordert.

Als Nebenkosten gelten Auslagen, die für das ordnungsgemässe Funktionieren der Mietsache nötig sind. Als Nebenkosten-«Klassiker» zählen die Heizungskosten. Damit es im Winter in der Wohnung behaglich warm wird, braucht es nicht nur geeigneten Brennstoff. Die Heizanlage soll tadellos laufen, was eine regelmässige Wartung voraussetzt. Deshalb ist es richtig, wenn der Vermieter die Kaminfeger-Rechnung und den Strom für Brenner und Pumpe an die Mieterschaft weiterverrechnet.

«Nebenkostenfähig» sind etwa auch die Ausgaben für Schneeräumung und Hauswartung, das Serviceabo von Waschmaschine und Tumbler sowie die Kosten für den Wasserbezug und die Kehrichtabfuhr. Dabei gilt: Der Vermieter darf der Mieterschaft nur die tatsächlich angefallenen Kosten in Rechnung stellen. Gewinn machen via Nebenkosten ist verboten.

Mieterinnen und Mieter haben auf Verlangen das Recht, Einblick in die Belege zu erhalten. Nicht nebenkostenfähig sind dagegen Auslagen, die mit dem Besitz des Mietobjekts in Zusammenhang stehen. Dazu zählen Unterhalts- und Reparaturkosten, Kapitalzinsen, Abschreibungen, Steuern oder Gebäudeversicherungsprämien.

Wichtig: Nebenkosten sind dem Vermieter überhaupt nur dann geschuldet, wenn sie im Rahmen des Mietvertrags vereinbart wurden. Und der Mieter muss auch nur für solche Nebenkostenpositionen aufkommen, die im Mietvertrag ausdrücklich erwähnt sind.

Der Experte

Abtreiben, scheiden und predigen ist verboten – waschen, kochen und bügeln soll dafür entlöhnt werden. play Nebenkostenfähig: die Wartung von Waschmaschine und Tumbler. (Keystone)

Alle Kommentare (1)

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    Weil die meister Verwaltungen in der Schweiz einen gewissen Prozentsatz, zum Beispiel 3,5%, vom Umsatz als Verwaltungskosten den Mietern verrechnen dürfen, so ist es ihnen egal, wie hoch die Heizoelpreise sind. Wie höher - wie besser. Mehrverdienst durch warten auf höhere Oelpreise. Gewinn machen via Nebenkosten ist verboten. Dies wäre das erste Schlupfloch. Es sind noch weiter Möglichkeiten der Geldvermehrung möglich.
    • 17.03.2010
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