
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar abzugeben.
Wenn Sie ein Konto bei Facebook haben, können Sie sich damit anmelden.
Bonus Plus – das tönt wunderbar. Aber hat Ihnen der Raiffeisen-Berater damals klipp und klar gesagt, dass Sie die ganzen 50 000 Franken verlieren können, wenn Sie dieses Zinspapier kaufen? Und dies trotz des angeblichen «Kapitalschutzes».
Es handelt sich nämlich um ein strukturiertes Produkt – nach dem Strickmuster der strukturierten Produkte der pleitegegangenen Lehman-Bank. Diese wurden zum Beispiel von der Credit Suisse verkauft. Sie haben Glück gehabt, dass Raiffeisen nicht mit Lehman, sondern mit der Bank Vontobel zusammenarbeitet.
Raiffeisen verkauft ihren Kunden auch heute noch solche Zinspapiere. Wobei eben wie üblich nicht sie selber, sondern eine andere Bank der eigentliche Emittent ist und für das Geld haftet. Zum Beispiel eine Vontobel-Tochtergesellschaft in Dubai.
Immerhin empfiehlt man Ihnen nun nicht mehr ein solches Zinspapier, sondern den Raiffeisen-Fonds «Multi Asset Class Moderate». Anlagefonds wie dieser haben gegenüber strukturierten Produkten einen grossen Vorteil: Sie sind Sondervermögen. Das Geld darin gehört nicht der Bank, sondern den Anlegern. Geht die Bank pleite, fällt das Fonds-Vermögen nicht in die Konkursmasse.
So moderat wie der Name vermuten lässt, ist der Fonds «Multi Asset Class Moderate» freilich nicht. Er kann sein Geld bis zu 50 Prozent in Aktien investieren, zudem in Rohstoffe und Hedge Funds. Er entspricht somit nicht Ihrem Risikoprofil. Sie wollen ja nur ein mittleres Risiko eingehen. Kommt hinzu, dass dieser Fonds ziemlich teuer ist und bisher keine gute Performance erzielt hat.
Eine gute Alternative sehe ich für Sie zum Beispiel im Pictet Funds (CH) LPP 25 (CH0016431675). Der investiert zu 25 Prozent in Aktien und richtet sich nach den Leitplanken, die für die Pensionskassen gelten. Zudem ist er mit Gesamtkosten von jährlich 0,78 Prozent recht günstig.