BLICK-Redaktorin im Selbstversuch In fünf Wochen zur Traumfigur?

Fit und trainiert wie ein Topmodel in fünf Wochen? Ich wage es mal.

  • Publiziert: 12.00 Uhr, Aktualisiert: 13.01.2012
  • Von Nathalie Bravaccini (Text) und Philippe Rossier (Fotos)

Ich ging durch die Hölle, erlebte den Himmel auf Erden und fühlte mich am Ende wie neugeboren – ein Leben zwischen Magerquark und Hantel. Aus einer Schnapsidee wurde Ernst: In den vergangenen fünf Wochen trainierte ich zusammen mit meinem Trainingspartner Daniel Leuenberger drei Mal die Woche jeweils eine Stunde mit einem Personal Trainer und stellte gleichzeitig meine Ernährung komplett um. Ich wollte den Body eines Models von «Victorias Secret». Wie schafft es Miranda Kerr, nur fünf Wochen nach der Schwangerschaft auf dem Laufsteg zu posieren? Könnte ich – unsportlich, undiszipliniert – das auch?

Vorbereitungszeit:
Am Wochenende vor dem ersten Training lasse ich es noch einmal krachen – frei nach dem Motto: «Ein Bier zum Schoggi-Kuchen...macht Sinn». Dass mich am nächsten Tag ein fünfwöchiges Martyrium erwartet, scheint mir in diesem Moment in weiter Ferne.

Woche Eins:
Das Bild von Model Miranda Kerr motiviert. Ich fühle mich fit. Das Training kann losgehen. Obwohl ich Ms. Unsportlich bin, gibt mir Personal Trainer Daniele Pauli die Bestnote für meine Haltung – so weit so gut. Trotzdem – ich will Pizza!

Woche Zwei:
Habe dem Gemüse den Krieg erklärt. Ich kann gekochtes Grünzeug nicht mehr sehen – steige auf Salat um. Mein altes Leben existiert nur noch als Erinnerung. Apéros, Partys, ausgiebige Restaurant-Besuche – vorbei! Immerhin: Anstatt bei 20 bin ich im Training schon bei circa 30 Wiederholungen. Irgendwas tut sich also doch.

Woche Drei:
Normalerweise stehe ich eine Stunde nach dem ersten Weckton auf. Heute nicht. Fühle mich fit. Dann mein Erfolgserlebnis. Gleich fährt der Bus. Nur noch zwei Minuten. Ich renne los, die Strasse hinunter, spring in den Bus, und siehe da, meine Lunge scheint nicht zu explodieren. Pauli, ich liebe dich.

Woche Vier:
Pauli, ich hasse dich. Meine Arme tun weh. Will endlich mal wieder was Fettiges essen. Auch ein Drink wäre nett. Wenigstens stehe ich mit meine Gelüsten nicht allein da. Fitnesspartner Daniel Leuenberger: «Meine Kollegen sehen für mich aus wie wandelnde Schnitzel mit Salami-Armen.»

Woche Fünf:
Letztes Training. Beine und Po waren noch nie so straff. Der Gürtel muss enger geschnallt werden. Bin so aufgekratzt. Möchte am liebsten Rettungsschwimmerin im Zürcher Trend-Seebad Enge werden. Wie Topmodel Miranda Kerr seh ich zwar nicht aus, bin aber hochzufrieden. Ich gönne mir Gipfeli und einen Capuccino mit Schoggi.

Vorher Nachher
Gewicht 64 kg Gewicht 60 kg
Fettmasse 18.1% Fettmasse 15.3%
Vorher Nachher
Gewicht 88 kg Gewicht 80 kg
Fettmasse 21.4% Fettmasse 15.8%

Der Trainer

Daniele Pauli (32) ist Betreuer von Hochleistungssportlern. Entsprechend hoch sind seine Ansprüche. Nach dem Training spüren wir Muskeln, von deren Existenz wir keine Ahnung hatten. Nach der Hälfte der Wiederholungen hat man das Gefühl: «Ich kann nicht mehr!» Doch Pauli treibt uns bis zum Äussersten: «Die Leute hören auf, wenns weh tut». Aber das ist falsch. Nur, wenns brennt, kommt der Erfolg. www.danielepauli.com

Zum Trainingsaufbau

Die erste Hälfte des Trainings basiert auf einem Ausdauer-«Circuit»: Ein Block mit sieben verschiedenen Übungen wird dreimal wiederholt. Übung und Pause dauern jeweils 60 Sekunden. Nach Ende jedes Blocks drei Minuten Ruhe. Nach drei Wochen, in denen wir
Kondition aufbauen, folgt das Kräftigungs-Training für Fortgeschrittene: kürzere Belastungszeit, aber mehr Gewicht, dafür weniger Wiederholungen.

Ernährung

Die medizinisch geprüfte Ernährungsberaterin Nadija Cojanovic von «Nutrilogix» riet uns: «Morgens zwei Eier und eine Avocado, mittags 100g (Daniel: 200g) Fleisch und ein kleiner Salat, abends Fisch und Gemüse.» Kaffee, Gipfeli, Pasta und Pizza fehlen. Wir verzichteten fast völlig auf Kohlenhydrate, Zucker und Alkohol. Die Ernährung ist so abgestimmt, dass wir genügend Energie fürs Training haben, die sich der Körper direkt aus den Fettreserven holt.
play Das prominente Vorbild: Miranda Kerr. (GettyImages)

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