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Blick: Heute erscheint Ihr Fitnessbuch. Wir dachten, Sie seien trainingsfaul: ein Fehlschluss?
Franka Potente: Nein, das stimmt. Mir gehts wie vielen andern: Ich brauche tatsächlich immer neue Motivation, mich fürs Trimmen aufzuraffen. Deshalb ist das Thema in meinem Buch ja auch so wichtig.
In wenigen Sätzen: Worauf kommts in Ihrem Workout an?
Es geht darum, dass sich jeder motiviert, seinen eigenen Weg zu finden. Dabei muss man nicht wie ein Mönch leben – man darf auch mal faul auf der Couch liegen, Chips mampfen und am Wochenende einen trinken. Solange man am nächsten Tag Salat isst, lange spazieren geht oder eine halbe Stunde auf der Stelle springt. Die Balance machts aus.
Kürzlich haben wir Sie mit Zigarette gesehen. Darf das eine Fitness-Queen?
Um Himmels willen! Laster gehören zum Leben. Ich bin keine Fitness-Göttin – obwohl ich mir das Rauchen unterdessen abgewöhnt habe. Ich versuche nur weiterzugeben, was für mich funktioniert. Und zwar so, dass es Spass macht.
Ihr Fitnessbuch «Kick Ass» erscheint pünktlich zur Bikini-Saison: mit Hintersinn?
Mit Blick auf die Badesaison ist der Termin tatsächlich interessant. Aber das Buch, das ich in Zusammenarbeit mit meinem Personaltrainer Karsten Schellenberg gemacht habe, schliesst Krass-Diäten oder Radikal-Workouts aus. Uns geht es um die längerfristige Einstellung, die Motivation, im Leben was zu ändern. Wir vermitteln: Kuck mal, das kannst du machen, dabei macht sich keiner kaputt, dafür gibt es keine Ausreden, das kann jeder, das kann man dabei essen und trotzdem noch geniessen – und es funktioniert! Leider haben die meisten keinen Zugang zu einem Personaltrainer. Deswegen das Buch.
Wenn nicht mit der Bikinifigur: Wie motiviert man sich richtig?
Halt! Natürlich kann es einen antreiben, dass man sich sagt: Ich will in diesem Bikini nicht so scheisse aussehen. Das ist legitim und wichtig – nur muss man dabei realistisch bleiben. In zwei Wochen zehn Kilo abnehmen zu wollen, ist bescheuert.
Mussten Sie sich denn noch nie turboschnell in Form bringen?
Doch, doch. Wenn ich mich für einen Film innerhalb von sechs Wochen richtig auf Vordermann bringen will, trainiere ich halt mehr: im Schnitt drei Mal die Woche für jeweils eine Stunde bis eineinhalb.
Und wie halten Sie dabei die Moral aufrecht?
Generell gilt: Man kann sich austricksen, indem man sein Vorhaben etwa bei Freunden und Familie publik macht. So sensibilisiert man sein Umfeld und findet vielleicht sogar einen Trainingspartner. Überhaupt sind es oft die kleinen Dinge, die helfen. Manche motiviert ein tolles Outfit oder bestimmte Songs. Gehe ich selber aufs Laufband, schaue ich mir immer eine DVD an: Sonst würde ich mich langweilen. Das ganze soll ja Spass machen. Bloss keine Quälerei, kein Müssen.
Können Sie uns trotzdem drei Sofort-Fitnesstipps nennen?
Nein. Keine Fastfood-Rezepte, das ist der falsche Ansatzpunkt. Denn alles, was man übers Knie bricht, kann nicht funktionieren. Unser Buch soll dazu anregen, sich langfristig mit sich und seinem Körper zu beschäftigen, sich regelmässig zu bewegen und vernünftig und vor allem unkompliziert zu essen.
Sie bezeichnen Ihr Buch als alternativ: weshalb?
Weil wirklich jeder der Tipps im Alltag anwendbar ist. Einen Stuhl oder ein Handtuch besitzt jeder, und die Bewegungen sind unkompliziert. Man kann sie sogar im Büro machen und die Jeans und die normalen Strassenschuhe anlassen. Was mich interessiert, ist Fitness für den Hausgebrauch. So wie ich sie mag.
Woher wissen Sie, dass Ihre Tipps alltagstauglich sind?
Vor kurzem habe ich meiner Mutter Übungen gezeigt, und die Hälfte des Buches turnte ich in Kyoto mit einer über 60-jährigen Japanerin durch. Beides erfolgreich.
Welche Musik hören Sie zum Training?
Ganz unterschiedliche, Bollywood-Soundtracks bis zu den White Stripes. Alles, was mich mitreisst, wozu ich gerne tanze.
Wo treiben Sie Sport?
Überall – Hauptsache, ich muss für den Weg wenig Zeit einplanen, diesbezüglich bin ich tatsächlich ein Faultier. In Los Angeles turnte ich einst mit meiner Haushälterin Esther in der Küche, sie wollte abnehmen. Derzeit reite ich oft. In den Ferien spiele ich Tennis oder gehe schwimmen, vorausgesetzt vor dem Hotelzimmer liegt ein Tennisplatz oder ein Pool.