Ratgeber Gesundheit & Ernährung Fit mit Kohl und Knolle

  • Publiziert: 07.02.2011, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Von Helena Kistler-Elmer
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«Beim Gemüseeinkauf geht mir zur Zeit das Gefühl für die Jahreszeiten verloren. Tomaten und Zucchetti haben ja wohl kaum Saison. Was soll ich im Januar kaufen?» Ursula W., Egg ZH

Wer sich im Winter gesund ernähren will, greift häufig zu importierten Früchten und Gemüsen. Dabei vergessen wir, dass unser einheimisches Wintergemüse gesund, preiswert und erst noch umweltschonend ist. BLICK zeigt welche Gemüsesorten im Winter Saison haben und wieso wir sie ab sofort in unseren Menüplan nehmen sollten.

Was genau ist Wintergemüse?
Der Name sagt es schon: Man bezeichnet damit Gemüse-Sorten, die vorwiegend im Winter geerntet werden (siehe Box). Wegen ihrer Lagerfähigkeit können sie zum Teil den ganzen Winter über verzehrt werden.

Wieso ist es gesund?
Wintergemüse ist widerstandsfähig gegen Kälte und Frost, weil es mit zahlreichen Mineralien, Vitaminen und Spurenelementen angereichert ist. Essen wir diese Pflanzenteile, profitieren wir von ihren wertvollen Inhaltsstoffen.

Welches Wintergemüse ist besonders empfehlenswert?
Die Kohlgemüse (Wirsing, Broccoli, Weisskohl, Blumenkohl, etc) machen besonders fit. Sie sind reich an Magnesium, Kalium, Calcium, sowie den Vitaminen C, B1, B2 und B6 und Folsäure. Das stärkt die Knochen (Calcium), ist gut für das Herz (Magnesium) und stärkt die Abwehrkraft (B2, Vitamin C). Die Kohlarten enthalten ausserdem reichlich Nahrungsfasern, die unsere Verdauung und die Darmtätigkeit in Schwung halten – was man leider manchmal an den Blähungen merkt.

Was kann man gegen diese lästigen Blähungen tun?
Grundsätzlich gilt: Gekocht ist besser verdaulich als roh. Lindernd für die Gasbildung wirken verschiedene Gewürze wie Anis, Fenchelsamen, Kümmel oder Wacholder. Auch ein Schuss Säure, wie zum Beispiel die des Weissweins oder eines geraffelten Apfels helfen beim Verdauen. Trinken Sie nach dem Essen einen Gewürztee mit Fenchel, Kümmel oder Kamille.

Was soll man damit kochen?
Wintergemüse eignet sich besonders gut für Suppen. Mit Sellerie, Rüebli, Kürbis und Wirz lassen sich leckere Suppen zubereiten. Schneiden Sie das Gemüse klein und verwenden Sie es als Einlage für eine klare Suppe. Sie können die Suppe auch pürieren und mit einem Schuss Rahm verfeinern. Schmeckt man sie mit Ingwer oder Chili ab, ergibt dies einen idealen Aufwärmer für kalte Tage. Tipp: Pürierte Suppen in grösseren Mengen kochen, dann portionenweise einfrieren.

Macht Rohkost in der kalten Jahreszeit Sinn?
Ja, denn fein geschnitten oder geraffelt ergänzen Randen, Sellerie, Rot- und Weisskabis wunderbar den winterlichen Speiseplan. Die Salate lassen sich mehrere Tage im Kühlschrank aufbewahren. Stellen sie deshalb grösse Mengen davon her. Klassische Wintersalate wie Nüssli, Chinakohl oder Zuckerhut schmecken herrlich. Das gewisse Etwas verleihen beigefügte Äpfel, Orangen, Nüsse oder Kerne.

Diese Inhaltsstoffe hat Wintergemüse

Chicorée: Vitamin A, Kalium, Phosphor und Kalzium
Kabis: Vitamin A, C und B, Magnesium, Kalium, Kalzium
Knollensellerie: Natrium, Vitamin A und K, Kalium
Lauch: Vitamin C und E, Folsäure
Pastinaken: Kalzium, Karotin
Randen: Kalium, Eisen, Betacarotin
Rosenkohl: Vitamin C und B
Rüebli: Vitamin A, C und E
Wirz: Kalium, Vitamin C und Magnesium

Buchtipps

Welches Gemüse gerade Saison hat und wie man es lecker zubereitet kann:

«Fast vergessene Gemüse», Marianna Buser, Antonia Koch; Fona-Verlag, 2008, 168 Seiten, Fr. 34.00

«Suppen aus aller Welt. Das Suppenbuch für Neugierige», Fona-Verlag, 2010, 96 Seiten, Fr. 16.90

«Festlich kochen mit Kindern. Genussrezepte für Herbst und Winter»
Marianna Botta Diener; Beobachter-Buchverlag, 2010, 256 Seiten, Fr. 45.00

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