Ein Klaps zur rechten Zeit – schadet das?

  • Publiziert: 04.09.2008, Aktualisiert: 03.01.2012

Unsere fünfjährige Tochter bringt mich oft zur Verzweiflung. Manchmal weiss ich mir kaum mehr zu helfen und mir rutscht auch mal die Hand aus. Danach fühle ich mich ganz schlecht und habe Schuldgefühle. Meine Nerven sind am Ende. Mein Mann ist ganz gegen das Schlagen und macht mir Vorwürfe. Was soll ich denn tun? Anschreien ist doch auch keine Lösung - nicht wahr? Pia S.

Eine Katastrophe für das Kind sind Schläge erst, wenn sie als bewusstes Erziehungsmittel eingesetzt werden. Wird ein Kind geschlagen, leidet sein Selbstwertgefühl und sein Vertrauen in den Schutz der Eltern. Es fühlt sich ausgestossen, nicht mehr zugehörig. Kleinere Kinder können solche Strafen nicht verstehen und werden so sicher auch nicht einsichtig.

Kinder haben ein feines Gespür für den Schwachpunkt der Eltern. Sie provozieren und nutzen dies unbewusst aus. In der Überforderung passiert es dann: der Klaps in der angespannten Situation. Nicht gut für das Kind, aber auch keine Katastrophe. Und auch kein Grund als Eltern im Boden zu versinken.

Wichtig ist, dass Sie sich nach solchen Vorkommnissen beim Kind entschuldigen und sich mit ihm wieder versöhnen. Die Kritik durch Ihren Mann ist dabei sicher nicht angepasst. Im Gegenteil. Er macht sich dadurch zum Kumpanen des Kindes und untergräbt Ihre Autorität als Mutter.

Einfach das Kind anschreien oder ihm das Gespräch verweigern, bringt nichts. Trotzdem sollten Sie Zorn und Ärger nicht einfach hinunterschlucken. Reagieren Sie sich ab, indem Sie zum Kind für eine Weile auf Distanz gehen. Setzen Sie dem Kind Grenzen und Regeln. Es muss lernen, diese zu verstehen und zu akzeptieren.

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