Der heisse Draht Die defizitäre PK knöpft uns Geld ab – muss das sein?

  • Publiziert: 30.06.2009, Aktualisiert: 19.01.2012
  • Von Silvio Bertolami

Die Pensionskasse meiner Firma erhebt sogar einen Zusatzbeitrag von 2,4 Prozent des versicherten Lohnes.

Die Pensionskasse meiner Firma hat einen Deckungsgrad von 93 Prozent. Die Altersguthaben verzinst sie schon seit 2008 nicht mehr. Doch jetzt erhebt sie sogar einen Zusatzbeitrag von 2,4 Prozent des versicherten Lohnes. Und das mitten in der Krise. Geht man so mit den Mitarbeitern um? Mit einer geschickten Anlagestrategie kann man das Loch mit der Zeit doch stopfen.

Alfred S.


Die 2,4 Prozent, die Ihnen und Ihren Arbeitskollegen vom Lohn abgezogen werden, tun weh. Je nach Höhe des Lohnes kann der Sanierungsbeitrag pro Monat schnell mal 100 Franken und mehr ausmachen. Dieser Betrag fehlt dann im Portemonnaie.

Allerdings haben Sanierungsbeiträge auch Vorteile. Denn der Arbeitgeber muss ebenfalls Sanierungsbeiträge zahlen. Und zwar mindestens gleich hohe wie die Arbeitnehmer. Aus Ihren Unterlagen ist ersichtlich, dass Ihre Firma sogar über das gesetzliche Minimum hinausgeht. Die Sanierungsbeiträge machen insgesamt 6 Prozent der versicherten Löhne aus. Da die Arbeitnehmerseite 2,4 Prozent zahlen muss, steuert der Arbeitgeber 3,6 Prozent bei. Die Versicherten übernehmen also 40 Prozent und die Firma 60 Prozent der gesamten Beiträge.

Anders verhält es sich, wenn die Pensionskasse am Zinssatz schraubt. Das geht voll zu Lasten der Arbeitnehmer. Wird der Zins gesenkt, im Extremfall auf null, heisst das nichts anderes, als dass die Altersguthaben weniger wachsen. Und die Renten später kleiner ausfallen.

Mit anderen Worten: Die Sa-nierungsbeiträge, die Ihre Firma zum grösseren Teil trägt, haben zur Folge, dass die Pensionskasse rascher aus der Unterdeckung auftaucht. Sie verkürzen somit auch die Periode der Nullverzinsung. Das wirkt sich positiv auf Ihre spätere Rente aus.

Was die geschickte Anlagepolitik anbelangt: Zu meinen, man könne Löcher mit besonders pfiffigen Investitionen stopfen, ist falsch. Sie wollen ja auch nicht, dass Ihre Pensionskasse unvernünftige Risiken eingeht. Was Sie von Ihrer Pensionskasse erwarten dürfen: dass sie das Geld solide und klug anlegt. Und zwar in guten wie in schlechten Zeiten.





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