Ratgeber zum Thema Geld und Versicherung Das steht im BVG-Ausweis

  • Publiziert: 03.02.2011, Aktualisiert: 02.01.2012
  • Von Elisabeth Rizzi

«Ich habe den Vorsorgeausweis erhalten. Können Sie mir diese Zahlen erklären?» Mario N., Basel

Alle Angestellten, die älter als 24 Jahre sind und bei einem Arbeitgeber jährlich mindestens 20 880 Franken verdienen, sind obligatorisch bei der betrieblichen Altersvorsorge-Einrichtung versichert. Diese erhielten im Januar einen Vorsorgeausweis der jeweiligen Pensionskassen, der aufzeigt, wie hoch die Rente im Ruhestand oder bei Invalidität ausfällt. BLICK erklärt, was die Zahlen bedeuten.

Wie setzt sich mein Rentenvermögen zusammen?

Das bislang angesparte Alterskapital ersieht man im Vorsorgeausweis in der Rubrik «Altersguthaben». Es setzt sich zusammen aus der eingebrachten Freizügigkeitsleistung (Tätigkeit bei ehemaligen Arbeitgebern), den eigenen Sparbeiträgen und dem jetzigen Arbeitgeber sowie der Verzinsung dieser Summe.

Wie hoch müssen die Beiträge sein?

Die Sparbeiträge werden anhand des versicherten Lohns bestimmt. Deshalb sollte man überprüfen, ob der auf dem Ausweis angegebene Jahreslohn (gemeldeter AHV-Jahreslohn) mit dem tatsächlichen Lohn übereinstimmt. Andernfalls droht eine zu tiefe Rente. Versichert ist der gemeldete Lohn abzüglich eines Sockelbetrags, dem sog. Koordinationsabzug, von 24 360 Franken. Ab dem Mindestlohn von 20 880 Franken ist man allerdings für mindestens 3480 Franken pro Jahr versichert.

Was ist ein Überobligatorium?

Gesetzlich ist maximal ein Lohn von 59 160 Franken versichert. Darüber hinausgehende Löhne und Leistungen (z. B. höhere Invalidenrenten oder bessere Bedingungen für Teilzeitangestellte) werden im Überobligatorium versichert. Die Mindestverzinsung für den obligatorischen Teil liegt derzeit bei 2 Prozent. Aufgrund ihrer ungenügenden Renditen sind diverse Pensionskassen dazu übergegangen, den überobligatorischen Teil deutlich tiefer zu verzinsen. Die Verzinsungsangaben findet man unter «Altersguthaben».

Wie wird aus dem Sparguthaben die Rentenhöhe bestimmt?

Die Höhe der Rente hängt vom Umwandlungssatz ab. Das ist der Faktor mit dem das Sparguthaben samt Zinsen auf eine jährliche Rente umgelegt wird. Der Satz wird schrittweise bis 2014 auf 6,8 Prozent gesenkt. Das heisst: Mit einem angesparten Guthaben von 500 000 Franken erhält man bis zum Tod eine Altersrente von jährlich 34000 Franken. Die Höhe der Rentenleistung findet man unter «Leistungen im Alter».

Wie viel Geld verliere ich bei einer Frühpensionierung?

Fortschrittliche Pensionskassen listen unter der Rubrik «Leistungen im Alter» auch die jährliche Verringerung der Rente bei vorzeitigem Ruhestand. Für jüngere Versicherte sind allerdings alle Angaben über die künftige Rente mit Unsicherheiten verbunden. Sowohl Verzinsungshöhe der Sparguthaben als auch der Umwandlungssatz können vom Gesetzgeber geändert werden.

Wie viel Geld kann ich für einen Hauskauf beziehen?

Unter der Rubrik «Freizügigkeit und Wohneigentum» steht der Betrag, der schon jetzt bezogen werden kann, um eine Immobilie zu kaufen. Wird allerdings dieser Betrag später nicht wieder einbezahlt, fällt die Rente entsprechend tiefer aus.

Meine Kasse ist unterdeckt: Was heisst das für mich?

Wer bei keiner Sammelstiftung (Lebensversicherer wie Axa Winterthur oder Swiss Life) versichert ist, findet im Vorsorgeausweis Angaben zum Deckungsgrad der Pensionskasse. Liegt er unter 90 Prozent, muss die Kasse saniert werden. Das heisst: Die monatlichen Prämien steigen, allenfalls gibt es Einschränkungen beim Vorbezug für Wohneigentum.

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