Der Heisse Draht zum Thema Arbeit und Soziales 27 und ohne Jobaussicht

  • Publiziert: 16.04.2010, Aktualisiert: 02.01.2012

Meine Tochter ist 27 Jahre alt. Sie hat Informatik studiert und ist seit einem Jahr arbeitslos. Von uns wird sie immer noch unterstützt, Arbeitslosengeld kriegt sie keines. Immer wieder hat sie die Möglichkeit zu Vorstellungsgesprächen. Aber es klappt einfach nie. Was können wir tun, was machen wir falsch? Eva K.

Die momentane Krise trifft arbeitslose Studienabgänger besonders stark. Es gibt aber auch junge Menschen, die trotzdem Jobs finden. Deshalb ist die Frage verständlich, warum es gerade Ihre Tochter trifft.

Es irritiert, dass sie immer wieder zu Vorstellungsgesprächen eingeladen wird und es trotzdem nicht klappt. Immerhin zeigt dies, dass ihre Bewerbungsunterlagen überzeugen. Das schriftliche Dossier und die Qualifikationen sind so gut, dass sie sich vorstellen kann. Nach den Bewerbungsgesprächen fault sie aber regelmässig raus. Warum? Da stellt sich doch die Frage, was sie falsch macht. Was verpatzt sie bei diesen Vorstellungsgesprächen?

Ist es ihr Auftreten, das nicht wirkt? Ist sie unsicher im Verhalten? Wirkt sie überheblich oder gar ungepflegt? Hat sie genügend Sozialkompetenz? Ist sie schlecht über die Firma informiert oder hat sie sich ungenügend mit dem Job auseinandergesetzt? Fordert sie einen zu hohen Lohn? Weiss sie um ihre Stärken und kann sie diese auch im Gespräch vertreten? Wo sind die Schwächen und wie kompensiert sie diese? Falls Ihre Tochter bei diesen Fragen unsicher ist, kann ein professionelles Bewerbungscoaching weiterhelfen.

Rückmeldungen zu ihren Vorstellungsgesprächen kriegt sie bei den Personalfachleuten. Die nehmen sich meist gerne Zeit und beantworten Fragen von abgewiesenen Bewerbern. Hier erfährt die stellenlose Person, welchen Eindruck sie hinterlassen hat und welche Kompetenzen ihr für die Anstellung gefehlt haben.

Auch ehemalige Lehrer oder Professoren sind gute Rückmelder. Sie kennen Ihre Tochter und können ihr Hinweise geben. Vielleicht haben sie sogar ein Netzwerk, das weiterhelfen kann. Auch Studienkollegen können Auskünfte geben. Sie wissen vielleicht sogar um offene Stellen in ihren Betrieben.

Das braucht Mut. Mut, sich selbst im Spiegel zu betrachten. Aber es lohnt sich.

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